Anschlag auf Engelhardts Haus wegen Anti-Nazi-Konzerts?

Von: Stephan Mohne
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Von Stephan Mohne Aachen. Gegen faschistische Umtriebe kämpft der Mann seit Jahrzehnten. Aktuellster Fingerzeig gegen Neonazis sollte am 27. August die Veranstaltung „Rock gegen Rechts - Ein Konzert für Frieden und Freiheit” werden, die im Brander Ell

Aachen. Gegen faschistische Umtriebe kämpft der Mann seit Jahrzehnten. Aktuellster Fingerzeig gegen Neonazis sollte am 27. August die Veranstaltung „Rock gegen Rechts - Ein Konzert für Frieden und Freiheit” werden, die im Brander Ellerhof unter Schirmherrschaft des Stolberger Bürgermeisters Ferdi Gatzweiler über die Bühne gehen sollte.

Doch gerade wegen dieses aktiven Kampfs gegen Rechtsextremismus hat möglicherweise die rechtsextreme Szene zum Angriff auf den 62-jährigen Manfred Engelhardt geblasen.

Im Visier der KAL

Davon ist der einst dienstälteste Personalratsvorsitzende im ganzen Lande jedenfalls felsenfest überzeugt, nachdem in der Nacht zum Montag vor seinem Haus in Freund ein Auto in Flammen aufgegangen ist. Außerdem wurde das Gebäude, dessen Eigentümer Engelhardt ist, mit Farbbeuteln beworfen.

Am Montag war der frühere SPD-Ratsherr, der der Partei nach dem Nato-Doppelbeschluss den Rücken kehrte, damit beschäftigt, mühsam die Schäden an seinem Haus zu beseitigen. Was ihn so sicher macht, dass diese „Brandstiftung und Sachbeschädigung”, wie es die Polizei zunächst vorsichtig nennt, galt? „Wenige Stunden vorher hat die Kameradschaft Aachener Land meine Person sozusagen zur Attacke freigegeben”, erzählt Engelhardt.

Eben wegen des Anti-Nazi-Konzerts. „Das kann kein Zufall sein”, ist er überzeugt. Und er ist auch schockiert darüber, welche Folgen das hätte haben können. In der Nachbarschaft wohne eine kinderreiche Familie. Wäre das Auto, das unmittelbar vor der Hauswand stand, explodiert, hätte es noch weitaus schlimmer kommen können, so Engelhardt.

Mieter von der rechten Seite

Allerdings gehört besagtes Auto nicht ihm selbst, sondern seinem Mieter. Dieser ist nach AZ-Informationen Vorstandsmitglied der rechtspopulistischen „Pro NRW”-Partei in Aachen. Die Polizei äußert sich dazu zunächst nicht. Sie drückt es so aus: „Derzeit gibt es keine Ermittlungserkenntnisse, die eine politisch motivierte Tat aus einer bestimmten Richtung erkennen lassen.” Mit anderen Worten: Es wird nach rechts wie auch nach links ermittelt. Dies hat der Staatsschutz übernommen.

Was wird aus dem Konzert?

Dass der Linksaktivist unter einem Dach mit einen Rechtspopulisten lebt, ist Engelhardt bekannt: „Ich habe das nach seinem Einzug erfahren”, sagt er. Was aber auch nicht zu Problemen geführt habe. Und im jetzigen Fall auch keine Rolle spiele. Dass der Anschlag dem Pro-NRW-Mann gegolten haben könnte, ist für Engelhardt ausgeschlossen. Spannender ist für den Gewerkschafter die Frage, was nun mit dem „Rock gegen Rechts”-Konzert geschieht, das vom Rolling-Stones-Club Aachen/Stolberg organisiert wird, deren Clubmanager Engelhardt ist.

Ob dieses Konzert stattfinden kann oder abgesagt werden muss, soll am Dienstag bekannt gegeben werden.
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