Laurensberg - Anne-Frank-Gymnasium bildet nun doch vier Klassen

Anne-Frank-Gymnasium bildet nun doch vier Klassen

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Theaterprojekt am Anne-Frank-G
Theaterprojekt am Anne-Frank-Gymnasium mit der Johannes-Kepler-Schule

Laurensberg. Die Rolle des Rektor Gnadenlos ist nicht für Berthold Winterlich geschrieben worden. Die Bühnenfigur überlasst der Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums bei der Aufführung von „So bin ich halt” gerne dem Darsteller Ralf Stüwe.

Winterlich wiederum konzentriert sich ganz auf die Aufgaben, die dem tatsächlichen Rektor bevorstehen. Denn der wird 96 neue Fünftklässler nun doch auf vier Klassen verteilen.

Eigentlich ist das Anne-Frank-Gymnasium (AFG) eine dreizügige Schule. So will es die städtische Schulentwicklungsplanung. Winterlich und das AFG hatten aber so viele Anmeldungen (105), dass sie einen Antrag auf eine vierte fünfte Klasse stellten. Der wurde abgelehnt. Mehr als 96 Kinder durfte Winterlich demnach nicht aufnehmen. Dem hat er sich gebeugt. Wie er diese 96 Kinder aufteilt, ist aber dem Schulleiter überlassen.

Eigentlich würden mit einer solchen Zahl drei Klassen mit je 32 Kindern gebildet. Das ist der gesetzliche Maximalwert für fünfte Klassen (35 sind es in der 6). Doch weil er ausreichend Lehrer habe, teilt Winterlich nun wenigstens die 96 in vier Klassen auf - auch wenn er nicht mehr Kinder aufnehmen darf. „Das wäre eine Dienstpflichtverletzung. Aber ich könnte mit den 96 Schülern auch fünf Klassen bilden, wenn ich will. Da redet mir keiner rein”, sagt er.

Nur zwei Anmeldungen

Möglich macht dies auch, weil ein weiterer Antrag der Schule zwar genehmigt wurde, nun aber nicht in die Tat umgesetzt werden konnte. Eigentlich wollte die Schule eine integrative Lerngruppe bilden - als erstes Aachener Gymnasium.

Durchaus überraschend ist es, dass sich aber nur zwei Schüler angemeldet hatten. Acht in einer 24er-Klasse wünscht der Gesetzgeber, sechs bis sieben in einer kleineren Klasse hätte sich Winterlich vorstellen können. Nun wird es die integrative Lerngruppe frühestens im Schuljahr 2013/2014 eingerichtet, die beiden angemeldeten Kinder konnten an die Heinrich-Heine-Gesamtschule vermittelt werden, besuchen zumindest das gleiche Schulhaus in Laurensberg.

„32er-Klassen sind doch pädagogisch überhaupt nicht verantwortbar. Aber wenn ich nur drei Klassen gebildet hätte, hätte ich weitere Kinder ablehnen müssen. Und ich kann keine Richtericher und Laurensberger Schüler in die Stadt schicken”, betont Winterlich.

Die kleinen Klassen bieten auch mehr Spielraum für die nächsten Jahre. „Unsere Erfahrung in Laurensberg ist die, dass in den Sommerferien immer viel Bewegung hier - und da schließe ich Kohlscheid explizit mit ein - reinkommt. Wer an die Hochschule wechselt, der zieht eben nicht nach Kornelimünster,” erklärt er. Neuen Schülern wolle er immer die Tür öffnen.

Rektor Gnadenlos ist in Laurensberg nur eine Theaterrolle.

Musik, Theater und Film: Gemeinschaftsprojekt kennt keine Berührungsängste

In einem Gemeinschaftsprojekt bringen Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums und der Johannes-Kepler-Förderschule mit dem Schwerpunkt Sehen Musik, Theater und Film unter dem Titel „So bin ich halt!” auf die Bühne. Gezeigt wird das Stück unter der Leitung der Lehrerinnen Ruth Rebière und Sarah Sommer zunächst am Samstag, 9. Juni, um 19 Uhr, im „Space” des Ludwig Forums, Jülicher Straße 97-109, und dann am Freitag, 15. Juni, um 19 Uhr in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums, Hander Weg 89.

Es ist das erste gemeinsame Theaterprojekt der beiden Schulen, die abseits der Bühne schon länger zusammenarbeiten. „Bei uns gibt es keine Vorbehalte”, sagt Anne-Frank-Schulleiter Berthold Winterlich. Geprobt wurde mit fast 30 Schülern seit den Sommerferien. „Es steckt sehr viel Herzblut und Engagement drin”, erklärte die stellvertretender Leiterin der Johannes-Kepler-Schule, Armgard Gessert. Mit Dr. Horst Bodden, Mario Triska und Peter Janton wurden professionelle Musiker gewonnen, die sich ehrenamtlich an dem Programm beteiligen. Die Filmregie führt Nupa Gibbens.

Eine Szene wurde bereits bei den Schultheatertagen auf die Bühne gebracht. Alle Motive der Produktion basieren auf Erlebnissen der Schüler. Sie waren auch mit Simulationsbrillen (die eine Sehschädigung vorspielen) und Kamera in Aachen unterwegs, um Interviews zu führen. Dort sind sie auf viel Ablehnung gestoßen. „Das hat mich schockiert”, sagt Rebière. Diese und andere Geschichten werden die Schüler binnen 75 Minuten erzählen. Dafür haben sie wöchentlich geprobt - ohne Berührungsängste.

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