Aachen - Angst vor Übergriffen: Stadt schließt OT Talstraße zeitweise

Angst vor Übergriffen: Stadt schließt OT Talstraße zeitweise

Von: az
Letzte Aktualisierung:
webtalzubild
Offene Tür zwischenzeitlich geschlossen: Die städtische Jugendeinrichtung in der Talstraße musste in der Vergangenheit mehrfach pausieren. Die Mitarbeiter hatten Angst vor dem psychisch kranken Mann, der in dem Haus wohnt und am Montag kurzzeitig aus de geschlossenen Psychiatrie im Aachener Klinikum entkommen konnte.

Aachen. Es war am 9. Dezember, als die Polizei mit einem Großaufgebot an der Ecke Talstraße/Peliserkerstraße anrückte. Gleich vier Streifenwagen bremsten vor der dortigen offenen Jugendeinrichtung der Stadt.

Das alles, um einen einzigen Mann unter Kontrolle zu bringen. Der 27-Jährige, der mit Familie in dem Haus wohnt, war völlig ausgerastet und hatte unter anderem die Wohnungseinrichtung demoliert. Per Rettungswagen wurde er in die Psychiatrie eingeliefert.

Doch nun ist er wieder zuhause. Und die Stadt hat vorübergehend ihre in diesem sozialen Brennpunkt so wichtige Jugendeinrichtung geschlossen.

Offenbar haben die Mitarbeiter der Offenen Tür Angst, Opfer von Übergriffen zu werden. Axel Costard vom Presseamt bestätigte auf Anfrage: „Die Jugendeinrichtung bleibt zwei Wochen geschlossen.” Danach soll sie wieder geöffnet werden.

Indes bemühe sich das städtische Gebäudemanagement als Vermieter der Wohnung Lösungen für das Problem zu finden. Das aber scheint keineswegs einfach zu sein. Mieterin ist die Frau des 27-Jährigen.

In dieser Zeit sollen die Außenangebote der Jugendeinrichtung weiter stattfinden. Rund 40 bis 50 Jugendliche besuchen die OT jeden Tag. Was aber bei schlechtem Wetter? „Dann soll es eine Kooperation mit benachbarten Einrichtungen geben. Wie und wo, dazu wollte sich die Stadt nicht äußern. Die Zeit soll jedenfalls auch genutzt werden, um Umbauten an der OT Talstraße vorzunehmen.

Die Polizei kann mittlerweile kaum mehr zählen, wie viele Einsätze der Mann schon verursacht hat: „Nach unserer Meinung stellt er eine Gefahr für sich und andere dar”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Seit März 2007 beschäftigt er die Behörde immer wieder. Mal ging es um Körperverletzung, mal um gefährliche Körperverletzung, mal um Sachbeschädigung.

Unter anderem legte sich der 27-Jährige auf die Fahrbahn am Europaplatz - bei fließendem Verkehr. Ein anderes Mal sprang er vor einen Aseag-Bus, dessen Fahrer eine Vollbremsung einleiten musste.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert