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Angemerkt: Die Ruhe wird teurer

Ein Kommentar von Albrecht Peltzer

Beschauliche Ruhe und gleichzeitig Kunst genießen – diese besondere Kombination bieten seit jeher Aachens Museen an. Man ist oft unter sich, Gedränge gibt es nicht.

Und nach 17 Uhr könnte einem gar das Gruseln kommen: ganz alleine im Kunsthort! Letzteres und manches mehr soll sich ändern. Stimmen die Kulturpolitiker zu, so schließen Aachens Musen – von Ausnahmen abgesehen – künftig bereits um die fünfte Stunde nach Mittag. Weil danach – das weist die Statistik aus – so gut wie kein Mensch ein Aachener Museum besucht.

Also noch weniger als vorher. Wer es vor 17 Uhr wagt, soll dafür bald 20 Prozent mehr Eintritt bezahlen. Klingt gewaltig, ist aber angesichts der Ausgangsgröße von fünf Euro noch verschmerzbar. Die Verwaltung ist jedenfalls sicher, einen „guten Kompromiss hinsichtlich ökonomischer Gesichtspunkte, Service und Akzeptanz“ gefunden zu haben. Tun Sie den wackeren Streitern für Kultur in Aachen den Gefallen. Gehen Sie häufiger ins Museum. Das hat noch keinem geschadet!

Eine wirklich spannende Reihe hat der Bund deutscher Architekten Aachen vor einiger Zeit ins Leben gerufen: eine Denkwerkstatt verschiedenster Experten in Sachen Stadtentwicklung. Nach dem Kaiserplatz ging es jetzt um den Bushof. Frei nach dem Motto: Alles andere als der jetzige Zustand ist eine Verbesserung. Die Wiederbelebung des Kurhausgarten, der einst an dieser Stelle zum Verweilen einlud, könnte ein Ansatzpunkt sein, mehr Attraktivität in die Innenstadt zu bekommen.

Dazu gibt es Vorschläge, Bibliothek und VHS zusammenzuführen. Wie gesagt: Es ist eine Denkwerkstatt, aber sie kann den künftigen Planern durchaus wichtige Impulse geben. Dass sich rund um die Peterstraße vieles ändern muss, ist offensichtlich. Man muss es nur angehen.

Das Ende eines Provisoriums ist absehbar. Im März kommenden Jahres könnte die Feuerwehr von ihrem Ausweichquartier auf der Hüls wieder zur Wache an der Stolberger Straße zurückziehen. Auch wenn auf der Baustelle bisher wenig nach „fast fertig“ aussieht, schwört die Stadt darauf, absolut im Zeit- und Kostenrahmen zu liegen. 13,5 Millionen Euro kostet das Projekt.

Übrigens: Auch wenn man es selbst auf den zweiten Blick nicht erkennen wird, die Wache wurde 2013 in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude aufgenommen. „Beton pur“ nennt sich der Baustil. Merke: Denkmäler müssen nicht allen ästhetischen Ansprüchen genügen. Es muss halt erhaltenswert sein. Das reicht.

Die Woche in Aachen: Da schaute alles natürlich nach Amerika. Trump gegen Clinton, das war auch im Westzipfel vorherrschendes Thema. Heute bietet Aachen selbst genug Gesprächsstoff. Von der Einführung des neuen Bischofs bis hin zum Spiel auf dem Tivoli: 20.000 gegen Tihange. Vorbildlich. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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