Angeklagter vorerst frei: Zeugin scheut den langen Weg

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Lkw-Fahrer Mehmet Ali E. (47) konnte am Ende des ersten Verhandlungstages aus der Haft heraus nach Hause zu seiner Schwester in Eilendorf gehen. E. hatte Glück, weil die Hauptbelastungszeugin in diesem Verfahren, eine 25-jährige Frau aus Rumänien, nicht vor Gericht erschienen war.

Um die Zeugin dreht sich das ganze Verfahren, dessen Ausgangspunkt eine Tat im Hinterzimmer eines Cafés am Adalbertsteinweg sein soll.

E. ist angeklagt, dort als Mitbetreiber dieses Cafés versucht zu haben, die Zeugin unter fadenscheinigen Gründen nach Deutschland gelockt zu haben. Angekommen in Aachen, habe man ihr den Pass und ihre weiteren Papiere abgenommen. Eigentlich hatte man sie als Mitbetreiberin und Konzessionärin des Ladens kommen lassen. Doch als sie dann im Mai 2014 da war, muss sich wohl laut Anklageschrift in den Folgewochen alles ganz anders dargestellt haben. Sie sei in der Wohnung über dem Café festgehalten worden, letztlich ging es um Prostitution.

Im Juli 2014 hatte sich die junge Frau entschlossen, nicht mehr in der Lokalität bleiben zu wollen. Sie ging Richtung Bahnhof. Später soll der Angeklagte sie in einem Burger-Lokal in der City gestellt haben. Es kam laut Anklage zu Handgreiflichkeiten, er habe ihr einen Teller auf dem Kopf zerschlagen und sie mit Schlägen traktiert. Dann haben man sie zurück in die Wohnung am Adalbertsteinweg geschleppt und gefesselt. Ein weiterer Mann habe sie auf Geheiß des Angeklagten vergewaltigen sollen, um sie gefügig zu machen. Der weitere Zweck: Sie sollte eigentlich gewinnbringend an fremde Zuhälter verkauft werden.

Angeklagt ist Körperverletzung und versuchte Vergewaltigung und Menschenhandel sowie der Zwang zur Prostitution. Falls die Zeugin auch am Mittwoch, dem nächsten Verhandlungstag, nicht erscheint, wird eine Verurteilung schwer werden.

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