Angebot für Zuwanderer: Bibliothek lädt zum „Dialog in Deutsch“

Von: Carolin Cremer-Kruff
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Vokabeln pauken einmal ganz anders. Bei dem neuen Angebot „Dialog in Deutsch“ der Stadtbibliothek Aachen können Zuwanderer die deutsche Sprache in lockeren Gesprächsrunden trainieren, die von geschulten Ehrenamtlichen moderiert und geleitet werden. Das Motto: hingehen, sprechen, wiederkommen.

Damit hebt sich das Angebot von klassischen Sprachkursen mit Unterrichtscharakter – wie etwa die obligatorischen Integrationskurse – ab. Durchaus gewollt. „Wir treten nicht in Konkurrenz zu anderen Angeboten, sondern wollen ergänzend tätig werden. Mit Gesprächsrunden, die auf praktische und lebensnahe Anwendung der deutschen Sprache abzielen“, erklärt Projektleiterin Anne Lohe von der Stadtbibliothek. Sie hat sich das nötige Know-how aus dem hohen Norden geholt.

Denn in den Bücherhallen Hamburg wurde das Konzept entwickelt und wird dort bereits seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert. Als Lohe Bibliotheksleiter Manfred Sawallich von dem Projekt erzählte, gab dieser sofort grünes Licht: „Die Sprachförderung ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Stadtbibliothek Aachen. Daher passt dieses Angebot sehr gut zu uns.“

Mehr als 50 Zugewanderte haben seit Anfang April an den Gruppentreffen teilgenommen. Tendenz steigend. 15 Ehrenamtliche stehen für mehrere zwölfköpfige Gruppen zur Verfügung. In diesen werden keine hochkomplexen Dinge besprochen, die von einem Curriculum vorgegeben werden, sondern Themen mitten aus dem Leben. Ob der Einkauf im Supermarkt, Behördengänge oder Gespräche im Berufsalltag – die Teilnehmer können die Marschrichtung vorgeben und Wünsche äußern, in welchen Bereichen sie ihre mündlichen Deutschkenntnisse verbessern möchten. Somit ist der Einstieg in die Gruppen jederzeit möglich.

„Solche niederschwelligen Angebote an öffentlichen Orten sind sehr wichtig. Insbesondere Flüchtlinge können so nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessern, sondern kommen raus aus den Flüchtlingsunterkünften und lernen andere Menschen und auch Aachen kennen“, lobt Susanne Schwier, Dezernentin für Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport der Stadt Aachen. Aufgrund des regen Interesses ist eine zusätzliche Freitagsrunde in Planung.

Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Förderverein der Stadtbibliothek. So können ein Materialschrank sowie Getränke für die Teilnehmer zur Verfügung gestellt werden.

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