Anfang ist gemacht für Gemeinschaft der Gemeinden

Von: Christoph Classen
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Ein Anfang der Hoffnung macht: Bei der GdG Aachen-Ost/Eilendorf lernten sich die Gemeindemitglieder schon einmal besser kennen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Markus Frohn hatte sich für ein Bild entschieden. Ein sehr einprägsames, eines das Hoffnung auf eine gute Zukunft macht. In St. Fronleichnam zelebrierte der junge Pfarrer einen Gottesdienst, der nicht nur ihm wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Weil nicht alle Tage Pfarren zusammengeführt werden. Frohn steht nämlich an der Spitze der neuen Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Aachen-Ost/Eilendorf, bestehend aus den ehemals eigenständigen Gemeinden St. Barbara, St. Apollonia und St. Severin, die nach dem Willen des Bischofs zum 1. Januar zu einer Pfarre fusioniert worden waren, sowie der Pfarre St. Josef und Fronleichnam.

Rund 17.000 Gläubige zählt die neue GdG, zahlreiche von ihnen waren an diesem Morgen in den Gottesdienst gekommen. Und Markus Frohn erzählte etwas über die Ehe. Mit jedem Paar, das sich trauen will, sucht der Pfarrer im Vorfeld das Gespräch. Unter anderem, um herauszufinden, ob beide Partner sich freiwillig zu diesem Schritt entschieden haben und nicht etwa weil sie dazu gedrängt oder gezwungen werden. „Die Schwiegermutterfrage” nannte Frohn dieses Gespräch und es wird geführt „weil es eine Zwangtrauung in der katholischen Kirche nicht gibt”. Eigentlich.

Denn im Zusammenschluss der Gemeinden kann Frohn durchaus Züge einer Zwangsehe erkennen. Weil „der Wunsch nicht von unten gewachsen” sei, weil „der Wille von oben, von der Bistumsleitung” gekommen sei. „Aber was hilft es denn? Krempeln wir die Ärmel hoch und machen wir das Beste draus!”, rief der Pfarrer. Das in diesem Punkt durchaus Potenzial besteht, hatte die eindrucksvolle Messe zur Gründung der GdG bereist bewiesen.

Ungezählte Hände packten bei der Organisation freiwillig mit an. Die Sänger aus St. Severin und St. Josef und Fronleichnam wurden bereits als „vereinigte Chöre” angekündigt. Und das Zusammenspiel klappte reibungslos, es klang jedenfalls alles sehr harmonisch.

Natürlich ist auch Frohn bewusst, dass die Pfarren sehr unterschiedlich sind. Deswegen wurden die Besucher gebeten, sich und ihre Gemeinde vorzustellen. Das Ostviertel sei jung, lebendig und multikulturell, sagte etwa eine Dame aus St. Josef und Fronleichnam. 31 Nationen lebten in ihrer Nachbarschaft, das sei manchmal schwierig und oft bereichernd. Und St. Severin könne stolz auf eine gute Jugendarbeit sein, die Pfarre sei im Umbruch, sagte der Mann aus Eilendorf.

Pfarrer Frohn guckte zufrieden. „Jetzt haben wir einen ersten Eindruck bekommen und uns bleiben ja noch viele Jahre Zeit, uns näher kennen zu lernen.” Er sagte auch: „Vielleicht kann ja aus Zwang doch Liebe werden.”
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