Aachen - An „Highlig Abend“ kreist der Hammer

An „Highlig Abend“ kreist der Hammer

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
6798908.jpg
Von romantisch bis rasant: Die Akrobatik-Truppe „Shenyang“ setzt mit ihrem „Traumflug“ höchst elegante und zugleich artistische Akzente im exklusiven Programm des Zirkus „FlicFlac“. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Für die Jongleure der Pressemikros probt Thomas Bruchhäuser schon mal sein breitestes Grinsen. „Nein“, sagt der Regisseur des (nicht nur buchstäblich) ziemlich anderen „Highlig Abend“. Und strahlt dabei fast so schön wie die Legion der Scheinwerfer unterm riesigen Bühnendach.

Voll im Zeitplan? Nicht wirklich. Wäre ja noch schöner, wenn im Endspurt zur bombastischsten Bescherung, die das Grenzland in den nächsten Tagen erleben soll, alles absolut rund liefe – Manege hin oder her. Der Aufbau des gigantischen Zirkuszeltes – modernstes und komfortabelstes seiner Art, das die „FlicFlac“-Zauberer jüngst den Musical-Kollegen von „Cats“ abgeluchst haben – hat eben doch ein bisschen mehr Zeit beansprucht als vorgesehen.

Was soll‘s. Die Nerven des vielleicht besten Artisten-Ensembles dieser Welt sind allemal so strapazierfähig wie der rote Teppich, der seinem Publikum ab Samstagabend, 20 Uhr, ausgerollt wird. Den Beweis treten die sechs extrem biegsamen Damen und ihre vier extrem durchtrainierten Kollegen von der chinesischen Artistentruppe „Shenyan“ an, die gerade die letzten Finessen ihres „Traumflugs“ einstudieren – exklusiv für die Aachener, wie das gesamte, rund zweieinhalbstündige Programm, das bis 6. Januar auf dem Bendplatz für Furore sorgen wird. Von wegen Luftnummer: Engelsgleich schweben die begnadeten Leiber an bunt schimmernden Tüchern hoch über den Köpfen einher. Und natürlich muss die (schon jetzt tatsächlich traumhaft schöne) Choreografie nicht nur optisch jede Sekunde exakt synchronisiert sein: Noch wirbeln die drahtigen Asiaten im Trainingsdress, ohne festlich glitzerndes Textil unter der Kuppel. Aber der Klangkörper an ihrer Seite sitzt offensichtlich schon perfekt. Dafür sorgen die sechs Musiker der „Classic Rock“-Formation Sixtention, die sich selbst vom dröhnenden Bass des Presslufthammers hinterm Zelt nicht aus dem Takt bringen lassen.

Während Gitarrist Marc Hallbauer seine Fender in den höchsten Tönen jubilieren lässt, schwärmt Starclown Andrej Jigalov von der „einzigartigen Herausforderung, in diesem besten Zirkus der Welt auftreten zu dürfen“. Über sein brandneues Programm freilich plaudert der vielfach preisgekrönte Künstler nicht, reckt einstweilen, spitzbübisch-stumm, beide Hände zum obligatorischen „Victory“-Zeichen in die Kameras – Betriebsgeheimnis...

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – dass „FlicFlac“ die komplette Klaviatur der extremen Emotionen ab Samstag aufs Virtuoseste zu bedienen gedenkt, verspricht selbstredend auch Larissa Kastein. An der Pole-Stange will die charmante „Schlangenfrau“ ihr Publikum mit einer funkelnagelneuen Nummer zu einem ergreifenden Lied über eine verlassene Liebende verzaubern, verrät die Tochter von Zirkusgründer Benno Kastein, die schon im zarten Alter von fünf Jahren in der Manege brillierte. Präzisionsarbeit der martialisch-dynamischen Art präsentieren derweil die unerreichten Meister im „Globe of Speed“, jener magischen Kugel, die am Tag vor der Premiere noch eher unspektakulär in der Finsternis des Nebenzeltes parkt.

Mit bis zu neun Cross-Maschinen gleichzeitig werden die „Pinillomotos“ darin ihre Krad-Kapriolen zelebrieren. Mit sage und schreibe zehn Motorrädern im gerade einmal 6,5 Meter durchmessenden Rund halten die Herren übrigens den Weltrekord.

Der größte Hammer kommt womöglich trotzdem erst. Und zwar in Gestalt eines fünf Tonnen schweren Stahlkolosses, der ein paar Stunden vor der Premiere noch gleich neben dem „Globus“ der Gashebel-Gladiatoren schlummert. „Eigentlich sollte der ,Steelhammer‘ bei unserer zeitgleich laufenden Show in Dortmund zum Einsatz kommen“, erzählt Bruchhäuser. Der Bühnenboden dort ist unter dem Metallmonstrum zusammengebrochen – von wegen Zeitplan: So musste der Untergrund am Bendplatz eigens verstärkt werden, um eine sichere Plattform für die Artisten aus dem chinesischen Wuhan zu gewährleisten. „Die Männer sorgen für den absoluten Nervenkitzel, wenn sie sich auf dem beständig rotierenden, sechs Meter langen Riesenhammer gegenseitig in die Luft katapultieren“, frohlockt der Regisseur. „Ein Höllengerät!“

Bleibt also, den Akteuren trotz allem eine gesegnete – und weiterhin gesund erlebte – Weihnachtszeit zu wünschen. „Die komplette Truppe ist fit und freut sich mächtig auf das fantastische Aachener Publikum“, verspricht „FlicFlac“-Sprecher Sascha Freudrich. Das darf so bleiben! Nicht weniger als 60 Artisten, Jongleure, Musiker – Überflieger aller Art eben – geben sich bis 6. Januar die Ehre unterm Zirkushimmel auf dem Bendplatz.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert