An der Inde wird auf Sand gebaut

Von: Stephan Mohne und Thorsten Karbach
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Fünfmal so viel Wasser: In der Regel führt die Inde in Kornelimünster meist kaum mehr als 30 Zentimeter, am Freitag gegen 3.30 Uhr waren es 1,60 Meter. Foto: Michael Jaspers

Kornelimünster/Haaren. Als das Wasser kam, war die Feuerwehr schon vor Ort. Anders als in Haaren konnte in Kornelimünster in dieser Nacht Schlimmstes verhindert werden. Weil man hier auf Hochwasser vorbereitet war.

Schmelzwasser und Dauerregen hatten die Inde bereits in den Abendstunden bedrohlich ansteigen lassen. Bis zu vier Zentimeter pro Viertelstunde. Um Mitternacht wurden 1,45 Meter dort gemessen, wo das Wasser 24 Stunden zuvor kaum 30 Zentimeter hoch war. Um 1 Uhr waren es schon 1,56 Meter an der Fußgängerbrücke über die Inde. Um 1.45 Uhr war mit 1,60 Metern den Höhepunkt erreicht. Ab 1,65 Metern wird es für den historischen Altstadtkern bedrohlich. 2007 wurde das letzte Mal der Korneliusmarkt überflutet. Diesmal geht es besser aus und sogar der Wochenmarkt wird ein paar Stunden später wie gewohnt aufgebaut. Ins Wasser fällt er diesmal nicht. Aufatmen.

Knapp war es trotzdem. Die Feuerwehr musste ein paar Keller leer pumpen. Neun Einsatzstellen zählt Einsatzleiter Christof Koerentz später im Einsatzbericht. Auch ein paar Straßen im Südraum und in Richterich wurden überflutet. „Es war nicht dramatisch. Wir haben rechtzeitig reagiert.” Sandsäcke lagen bereit. Reserven wurden gebildet - aber nicht mehr gebraucht.

Die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr waren weiterhin vor Ort, behielten Pegel und Keller im Blick. Etwa 30 Zentimeter war der Wasserstand der Inde zwar bis in die Mittagsstunden wieder gefallen, Entspannung gab es aber keine - weil es weiterhin beharrlich regnete. „Wir müssen die Regenfälle abwarten”, erklärt Koerentz. Und die wird es weiterhin geben. Auch wenn er in der vergangenen Nacht mit etwa acht Metern pro Quadratmeter nicht sonderlich heftig ausfielen. Bis Sonntag wolle man bei der Feuerwehr jedenfalls keine Entwarnung geben.

In Haaren war man nicht auf überschwemmte Keller vorbereitet. Das Wasser kaum aus dem sprichwörtlichen heiteren Himmel. Und auch am Tag nach dem Einsatz auf dem „Rumeny-Gelände” konnte nicht geklärt werden, warum dort das Wasser nicht regulär abfloss. Stadt Aachen, Stawag und Wasserverband Eifel-Rur kündigten an, gemeinsam den Ursprung der Überschwemmung ausfindig zu machen.

Die betroffenen Bürger werden jetzt gebeten, ihre Wasserschäden in einer Kurzbeschreibung der Stadt zu melden. In der Bauverwaltung wurde eine Anlaufstelle eingerichtet, um Schadensmeldungen aufzunehmen und über die Untersuchung der Ursache des verheerenden Vorfalls zwischen Germanusstraße und Wurm zu informieren. Wenn es denn neue Informationen gibt. Die Bauverwaltung weist allerdings darauf hin, dass die Schäden nicht bearbeitet würden. Dafür seien die Versicherungen der Betroffenen zuständig. Das Hochwasser wird ganz gewiss zu einer Flut von Versicherungsfällen führen.

Schadensmeldungen können bei der Stadt Aachen an die Bauverwaltung, Sven Salden, Verwaltungsgebäude am Marschiertor, Lagerhausstraße 20, 52064 Aachen gerichtet werden. Erreichbar ist er auch unter 432-6017 oder sven.salden@mail.aachen.de per Mail.
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