Aachen - An der Gesamtschule steht Millionenloch offen

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An der Gesamtschule steht Millionenloch offen

Von: Thorsten Karbach
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So soll die vierte Gesamtschul
So soll die vierte Gesamtschule eigentlich einmal aussehen: Der Entwurf von „Kresings Architekten” hatte die Jury des Architekturwettbewerbs überzeugt. Doch ist er nun auch finanzierbar?Grafik: Kresings Architekten

Aachen. Der Knochen soll bleiben. Um Kosten zu senken, sollen die bestehenden beiden Türme der vierten Gesamtschule im Zuge des Neu- und Umbaus nun doch in ihrer (Knochen-)Form erhalten bleiben. Auf diesem Wege könnte Geld gespart werden.

Denn eigentlich gibt es für die veranschlagten Kosten von 16 Millionen Euro für den aufwendigen Umbau des Schulhauses an der Sandkaulstraße inklusive neuer Zweifachturnhalle nur weit weniger Geld im Etat - nämlich 10,5 Millionen, die der Schulausschuss nun in seiner Sitzung im Haushalt verankerte.

Und zwar über drei Jahre: drei Millionen Euro in 2012, fünf Millionen Euro in 2013 und 2,5 Millionen Euro in 2014. 2,5 Millionen Euro für die Turnhalle sind bereits vom Sportausschuss beschlossen.

Ein Millionenloch bleibt. Deswegen sucht das städtische Gebäudemanagement nun mit dem Architekturbüro Kresing, das den Wettbewerb zum Umbau der vierten Gesamtschule gewann, nach Möglichkeiten, wie eine billigere Lösung entstehen könnte, die dennoch die pädagogischen Vorgaben erfüllt.

Unter anderem sollen nämlich die Klassen einer Jahrgangsstufe als Team zusammengefasst werden - mit Teamzimmer, Differenzierungs- und Therapieraum, denn auch Kinder mit Behinderung sollen die Schule besuchen. All das hat seinen Preis. Und genau der ruft die Befürworter des ebenfalls diskutierten alternativen Standortes auf dem Kronenberg auf den Plan. Denn anfangs war die Sandkaulstraße auch als billigere Lösung propagiert worden. Dieses Argument ist nun kaum mehr zu halten.

„Mit diesen Kosten hatte keiner gerechnet”, erklärt der Leiter des Gebäudemanagements, Michael Ferber, nun im Schulausschuss. Der Siegerentwurf zählte sogar zu den günstigsten unter den 26 Wettbewerbsbeiträgen. „Wir müssen nun schauen, wie wir zu einem akzeptablen Kostenrahmen kommen”, erläutert er.

Dabei muss natürlich der Architekt Rainer Maria Kresing mitspielen. „Wir wollen mit ihm Einsparpotenziale erschließen”, sagt Ferber. Wenn dieser sich den Änderungen verweigert, wäre auch möglich, dass noch auf den zweiten oder dritten Sieger des Architekturwettbewerbs zurückgegriffen wird. Aber auch das hätte seinen Preis.

Umgebaut werden muss an der Sandkaulstraße aber. Die Bausubstanz ist schlecht, Veränderungen müssen her. Um Auslagerungen von Klassen während des Umbaus zu vermeiden, wird angedacht, einen Pavillon zunächst zu erhalten und den Bau der neuen Turnhalle bis frühestens 2013 hinauszuzögern - auch wenn die dringend her muss.

Die Vorplanung auch hierfür soll nun beginnen, und dann sollen die Kosten genauer beziffert werden können. Ferber sagt aber auch: „Wenn unser Planungsziel nicht erreicht wird, behalten wir uns vor, abzubrechen.”
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