An der Barbarastraße soll schon bald der Schlussgong ertönen

Von: Matthias Hinrichs
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Ab 2014/15 sollen die Türen dicht gemacht werden: Der Schulstandort Barbarastraße wird zur Disposition gestellt Foto: Michael Jaspers.

Aachen. Druckfrisch liegt das über 300 Seiten starke Papier zur Entwicklung der 38 städtischen Grundschulen bis 2018 auf den Schreibtischen der Planer. An politischer Brisanz – das kündigen die Macher bereits mit den ersten Sätzen an – lässt das Konvolut nichts zu wünschen übrig. Nicht von ungefähr kennzeichnet die Verwaltung den Entwurf vorerst als „Gesprächsangebot“ an alle beteiligten Einrichtungen und natürlich die Ratsfraktionen.

Allein sechs örtliche Primarschulen sollen demnach künftig in ihrer Zügigkeit reduziert werden. Und es zeichnet sich ab, dass für einen Standort das endgültige Aus nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Mitte 2015 dürfte der letzte Schlussgong an der Barbarastraße, einem Teil der Grundschule Brühlstraße, ertönen. Lediglich zehn Anmeldungen verzeichnet die Verwaltung dort nämlich für das kommende Schuljahr – mindestens 18 müssten es sein. So bleibt nur eine Galgenfrist: Eine Eingangsklasse kann dort nach den Sommerferien gebildet werden, weil in den ersten beiden Stufen jahrgangsübergreifender Unterricht angeboten wird.

„Aus diesem Grund empfiehlt der Schulträger die Schließung des Teilstandorts auslaufend in zwei Stufen zu Beginn des Schuljahrs 2014/2015“, lautet die Konsequenz aus Sicht der Verwaltung. Voraussichtlich 45 Viertklässler sollen 2015/16 Richtung Brühlstraße umziehen.

Die übrigen Grundschulen können vorerst allerdings mit ihrem Fortbestand rechnen – wenn auch mittelfristig teils nur im Verbund mit benachbarten Einrichtungen.

Wie erwartet, zählen vor allem die Montessori-Schulen (MGS) trotz insgesamt tendenziell weiter sinkender I-Dötzchen-Zahlen zu den Gewinnern in den Prognosen. Zum neuen Schuljahr sprengen die Anmeldewünsche erwartungsgemäß die Kapazitäten. Eine Lösung zeichnet sich aber ab: So soll auch am katholische Zweig der Grundschule Reumontstraße, die bereits 210 Montessori-Schüler zählt, künftig nach den Regeln der Montessori-Pädagogik unterrichtet werden.

Beide Schulpflegschaften, unterstreicht die Verwaltung, haben sich darauf bereits geeinigt. Die Montessori-Schule Eilendorf erhält eine zweite Eingangsklasse, und das soll nach dem Willen der Planer zumindest mittelfristig so bleiben. Ebenso soll ein weiterer Montessori-Zug an der Mataré-straße geschaffen werden – während der katholische Zweig dort ab dem Schuljahr 2014/15 ebenfalls auslaufend dicht gemacht werden soll.

Einen weiteren „Spezialfall“ machen die Planer erwartungsgemäß im äußersten Nordwesten der Stadt aus. Die Katholische Grundschule Horbach verzeichnet nämlich lediglich 15 Neuanmeldungen. Der Standort soll getreu dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ dennoch vorerst erhalten bleiben – allerdings wird empfohlen, die KGS ab dem übernächsten Schuljahr als Teil der Grundschule Richterich fortzuführen.

Umgekehrt stellt sich die Situation an der Passstraße dar: Mit 65 Anmeldewünschen ist die zweizügige Einrichtung völlig „überbucht“, gleiches gilt für die GGS Am Lousberg mit derzeit 68 „Kandidaten“. In beiden Fällen empfiehlt die Verwaltung, die Zweizügigkeit dennoch beizubehalten. Entsprechende Kapazitäten stünden in der Schule am Fischmarkt und vor allem in der Annaschule zur Verfügung.

Letztere reiht sich gleichwohl in die Liste der Standorte ein, die im Zuge der demografischen Entwicklung (siehe Grafiken) in der Zahl ihrer Eingangsklassen (hier von drei auf zwei) reduziert werden sollen – was faktisch vielfach bereits gegeben ist. Dazu gehören nach derzeitigem Stand der Planung ferner: Die KGS Auf der Hörn (von zwei auf 1,5 Züge), GGS Brühlstraße (trotz der Aufgabe des Standorts Barbara-straße von drei auf zwei), GGS Driescher Hof (von drei auf zwei), GGS Am Haarbach (von drei auf 2,5) und die Marktschule Brand .

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