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Amtlicher Segen für zwei neue Windräder in Richterich

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
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Es kommen größere: Zwölf Windkraftanlagen stehen schon im Aachener Norden. Foto: M. Jaspers

Aachen. Während der Wind einstweilen noch ungenutzt durch den Münsterwald weht, könnten sich im Aachener Norden bald weitere Rotoren drehen. Die Stadt hat jetzt zwei neue Anlagen in Richterich genehmigt.

Beantragt hatte sie die Juwi – das Unternehmen will auch im Münsterwald sieben Windräder errichten – bereits vor rund zweieinhalb Jahren. Im vergangenen Sommer gab es einen Erörterungstermin im Anne-Frank-Gymnasium in Laurensberg. Die Zahl der vorgebrachten Einwendungen sei dabei „überschaubar“ geblieben, sagt Harald Beckers vom städtischen Presseamt.

Zwar hätten auch im Aachener Norden Naturschützer ihre Sorgen um die Vogelwelt vorgetragen, ebenso fürchteten Anwohner Lärm und Schlagschatten der Rotoren. „Aber diese Fläche ist nicht so umstritten wie der Münsterwald“, sagt Beckers.

Das mag auch daran liegen, dass man im Norden an den Anblick der Windräder gewöhnt ist, Ein Dutzend Rotoren dreht sich schon im Bereich Vetschau, nun sollen Nr. 13 und Nr. 14 hinzukommen. Die auserkorenen Standorte liegen westlich von Horbach im Umfeld von Laurensberger Straße und Alter Heerler Weg nahe dem Gewerbegebiet Avantis.

Südlich davon in Richtung Vetschau könnten womöglich noch zwei weitere Windkraftanlagen errichtet werden. Für Nr. 15 und Nr. 16 lägen bereits Anträge vor, berichtet Beckers, „die sind aber noch im Genehmigungsverfahren.“ Nr. 13 und Nr. 14 aber haben immerhin schon den behördlichen Segen der Stadt. Gebaut werden sollen sie in dem bereits als Windkraftkonzentrationsfläche ausgewiesenen Bereich im Stadtbezirk Richterich.

Die Neuzugänge dürften allerdings von anderem Kaliber sein als die zwölf bestehenden Anlagen. Neben den kleineren Rotoren etwa von der RWTH und dem schon 1993 in Betrieb gegangenen Windrad unweit von Orsbach haben die neun Anlagen im Bereich Vetschau eine Nennleistung von maximal 1800 Kilowatt. Die nun genehmigten Windräder der Marke Vestas, Typ V-112, bringen es dagegen auf 3300 Kilowatt. „Diese Leistung entspricht dem heutigen Stand de Technik“, sagt Harald Beckers.

Dafür fallen sie auch ein gutes Stück größer aus. Anders als die Vetschauer Windräder mit ihrer Nabenhöhe von zumeist 65 Metern drehen sich die Naben der neuen Vestas-Anlagen in einer Höhe von 140 Metern, mitsamt Rotorblättern ragen 196 Meter in den Himmel empor.

Wer die Windmühlen zumindest auf dem Papier näher kennenlernen will, hat dazu noch bis zum Ende des Monats Gelegenheit. Die Genehmigungsunterlagen liegen bis zum 31. Mai zur Einsicht aus bei der Aachener Stadtverwaltung, Fachbereich Umwelt, Reumont­straße 3, in den Bezirksämtern Richterich und Laurensberg sowie in den niederländischen Grenzgemeinden Kerkrade, Heerlen und Simpelveld.

Wenn alles glatt über die Bühne gehe, könne im Sommer mit dem Bau der Anlagen begonnen werden, schätzt Beckers. „Aber es könnte natürlich auch noch eine Klage eingereicht werden.“ Gegen die Genehmigung der Windräder im Münsterwald läuft eine solche Klage. Deswegen weht der Wind dort einstweilen noch ungenutzt.

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