Aachen - Ampeln kapitulieren vor dem Winter

Ampeln kapitulieren vor dem Winter

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Zwischen Ampelchaos und Winteridylle: Tief Egon fiel zwar harmloser aus als erwartet, blieb aber auch nicht folgenlos. Zahlreiche Ampeln fielen im Laufe des Tages aus. Besonders am Kaiserplatz kam es dadurch zum Verkehrschaos, das nicht einmal die Polizei in den Griff bekam. Der Winterdienst des Stadtbetriebs fuhr ab morgens 4 Uhr einen Großeinsatz. In der freien Natur boten sich dagegen herrliche Winterbilder. Foto: Michael Jaspers
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Zwischen Ampelchaos und Winteridylle: Tief Egon fiel zwar harmloser aus als erwartet, blieb aber auch nicht folgenlos. Zahlreiche Ampeln fielen im Laufe des Tages aus. Besonders am Kaiserplatz kam es dadurch zum Verkehrschaos, das nicht einmal die Polizei in den Griff bekam. Der Winterdienst des Stadtbetriebs fuhr ab morgens 4 Uhr einen Großeinsatz. In der freien Natur boten sich dagegen herrliche Winterbilder. Foto: Michael Jaspers
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Zwischen Ampelchaos und Winteridylle: Tief Egon fiel zwar harmloser aus als erwartet, blieb aber auch nicht folgenlos. Zahlreiche Ampeln fielen im Laufe des Tages aus. Besonders am Kaiserplatz kam es dadurch zum Verkehrschaos, das nicht einmal die Polizei in den Griff bekam. Der Winterdienst des Stadtbetriebs fuhr ab morgens 4 Uhr einen Großeinsatz. In der freien Natur boten sich dagegen herrliche Winterbilder. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dass Ampeln den Winter nicht mögen, war bisher eher unbekannt. Am Freitag aber fielen sie in Aachen wie in der gesamten Region gleich reihenweise aus. Und das ausgerechnet auch noch im dichten Schneetreiben.

„Dadurch kam es natürlich im Berufsverkehr zu erheblichen Verkehrsbehinderungen“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Die Stadt alarmierte Siemens. Dort ist man für die Wartung der Ampeln zuständig. Die Mitarbeiter arbeiteten mit Hochdruck daran, Anlage für Anlage wieder funktionsfähig zu machen. Mittags waren die Fehler weitgehend behoben. Den Grund für den Ausfall vermutet die Stadt in Stromschwankungen. Die modernen Ampelanlagen sind mit ihrer Elektronik offenbar deutlich anfälliger gegen derartige Schwankungen im Netz als die früheren.

Fünf Minuten Stromausfall

Und dann kam es ganz dick: Urplötzlich fiel gegen 12.30 Uhr in Teilen der Innenstadt sowie im Nord- und Ostviertel der Strom gleich ganz aus. Natürlich waren auch davon die Ampeln betroffen – etwa auf der Achse Peterstraße/Elisenbrunnen. Aber vor allem am Kaiserplatz. Dort kam es zu chaotischen Szenen. Die Polizei versuchte den Verkehr zu regeln. Doch das klappte an dieser komplizierten Stelle nicht so richtig. Laut Stawag war eine Störung im Umspannwerk an der Minoritenstraße die Ursache. Nach fünf Minuten war der Stromausfall vorbei. Die Ampelanlagen waren dann einige Zeit später auch wieder an.

Deutlich länger als der Stromausfall dauerte der Großeinsatz des Winterdienstes, der um 4 Uhr startete. In voller Stärke rückten die Teams des Stadtbetriebs aus. Insgesamt 270 Mitarbeiter waren laut Dieter Lennartz, Chef der zuständigen Abteilung, aktiv im Kampf gegen Schnee und Glätte – auf den Straßen wie auch auf Bürgersteigen und Übergängen. Insgesamt rund 1450 Kilometer müssen dabei beackert werden.

1400 Kilometer Straße

Zunächst einmal waren die Straßen der Kategorie 1 dran. Das sind vor allem wichtige Hauptstraßen. Diese Kategorie umfasst 276 Straßen mit etwa 500 Kilometern Gesamtlänge. Gegen 11 Uhr hatten die Räumdienste diese Kategorie weitgehend im Griff. Es folgte Kategorie 2 mit 423 Straßen und rund 450 Kilometern und schließlich Kategorie 3 mit 480 Straßen und nochmals rund 500 Kilometern. Lennartz zeigte sich mit der Arbeit seiner Leute sehr zufrieden. Dennoch habe es auch Beschwerden gegeben. „Wenn die Leute sagen, dass wir nichts tun, dann ist das einfach falsch und auch ungerecht“, ärgert sich Lennartz, denn: „Unsere Leute sind den ganzen Tag unterwegs und tun wirklich, was in ihrer Macht steht.“

Andere Mitarbeiter des Stadtbetriebs mussten allerdings vor dem Wetter kapitulieren – nämlich jene der Müllabfuhr. Am Mittag wurden die Touren gestoppt. „Insbesondere in kleine Nebenstraßen kommen die Fahrzeuge nicht mehr rein“, so Dieter Lennartz, der auch Chef der Müllabfuhr ist. Das sei zu gefährlich geworden, die Sicherheit aller müsse Vorrang haben. Betroffen war insbesondere der Südraum. Am Montag macht die Müllabfuhr da weiter, wo sie am Freitag aufhörte. Wer nun eine volle Tonne, aber übers Wochenende noch Müll hat, kann den ausnahmsweise in einer Tüte neben die Tonne stellen. Ein schwieriger Tag war es auch für die Busfahrer – die am Steuer und die Passagiere.

„In der Leitstelle ging es rund“, sagte Aseag-Sprecher Paul Heesel. Unter dem Strich sei man aber gut mit der Situation zurechtgekommen. Verspätungen gab es dennoch. Die meisten davon bewegten sich im Bereich bis zu 15 Minuten, es gab laut Heesel aber auch „Ausreißer“ von bis zu einer Stunde. Insbesondere Richtung Preuswald und Monschauer Straße mussten einige Fahrten abgebrochen werden, da es wegen langer Staus nicht weiterging. „Da sind dann Fahrgäste nicht ans Ziel gekommen. Dafür entschuldigen wir uns, aber es ging einfach nicht anders.“ Nicht nur bei solchen Wetterlagen gibt es aktuelle Informationen auf www.aseag.de.

Probleme an Steigungen

Unfälle gab es indes laut Polizei kaum. Schon gar keine mit Schwerverletzten. Für Probleme sorgte der Schneefall, der weitaus geringer ausfiel als zunächst vorhergesagt, dennoch. Insbesondere an Steigungen wie der Schanz ging zeitweise kaum noch etwas. Und das teilweise auch ganz ohne ausgefallene Ampeln.

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