Am Zauberwürfel geht es immer um den richtigen Dreh

Von: Anja Mertens
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Verbissener Wettlauf mit der Zeit: Speedcuber suchen möglichst rasch nach dem richtigen Dreh. Bei den Aachen Open sind 150 am Start und küren den schnellsten Würfeldreher. Foto: Markus Schuldt

Aachen. Im Raum klickt und rattert es immerfort. Dafür, dass in der Aula II in der Ahornstraße knapp dreihundert Leute sitzen, ist das Gemurmel aber erstaunlich leise.

In der Luft liegt Konzentration, an den Tischen sitzen die rund 150 Teilnehmer zwischen sieben und 49 Jahren und aus etwa 15 Nationen, die gerade nicht auf der Bühne ihr Können zeigen, und lösen zum Aufwärmen ihre Zauberwürfel.

Wer als Laie die Aachen Open 2010 besucht, ist fasziniert von der Fingerfertigkeit und Schnelligkeit der sogenannten Speedcuber, Zauberwürfel-Schnelldreher, die gegeneinander antreten. Eben diese Faszination ist es wohl auch, die immer mehr Anhänger um den Würfel schart.

Gerade im zweiten Jahr finden die Aachen Open statt, die Teilnehmerzahl hat sich jedoch bereits beinahe verdoppelt. Der „Rubik´s Cube” feiert in Deutschland seinen 30. Geburtstag - erstaunlich, wie viele Menschen unterschiedlichsten Alters er auch heute noch in seinen Bann zieht. Der jüngste Teilnehmer ist der gerade sieben Jahre alt gewordene Brian Yudistira Setiyanto aus Indonesien. „Mein Vater hat mir das beigebracht”, sagt er. Seitdem ist auch der Junge der Würfelzauberei erlegen und übt jeden Tag.

Die Illusion, dass das Lösen des Puzzles tatsächlich etwas mit Magie zu tun hat, muss Monika Zimmermann vom Organisationsteam dem Zuschauer jedoch nehmen. „Alles System”, sagt sie. Ihre persönliche Bestzeit liegt beim Dreierwürfel bei 14,11 Sekunden.

Florian Weingarten war der erste, den das Fieber packte. Nachdem er Videos gesehen hatte, in denen Leute des Würfels Lösung demonstrierten, suchte er sogleich seinen alten Würfel und begann zu üben. „Ich habe die anderen mehr oder weniger damit angesteckt”, sagt er und lacht. Irgendwann kam er auf die Idee, die Zeit zu stoppen. Als er das erste Mal einen Wettbewerb besuchte, erstaunte ihn der Andrang. Da viele Meisterschaften oft weit entfernt stattfanden, war er es auch, der die Aachen Open initiierte.

Gegeneinander angetreten wird in 19 Disziplinen. Alle Teilnehmenden bekommen je Durchgang die gleiche Kombination zur Aufgabe, können den Würfel bis zu 15 Sekunden lang anschauen bevor sie via Berühren eines Touchpads die Runde starten und am Ende die Zeit wieder stoppen. Jeder hat pro Runde fünf Versuche, der beste wird gewertet.

Am Ende darf Erik Akkersdijk aus den Niederlanden mit einer Zeit von 10,78 Sekunden seinen Pokal als Sieger in der Hauptkategorie „drei mal drei mal drei” entgegen nehmen.

Doch die Aussicht auf die Preise ist nicht der größte Antrieb. Zum einen ist es der Ehrgeiz, weiß Weingarten. „Man möchte schneller sein als andere und als man selbst zuvor.” Zum anderen ist es die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen. Und so wird der Würfel mit seiner Zauberkraft wohl auch 2011 wieder Speedcuber vieler Nationen nach Aachen locken.
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