Aachen - Am Lenkrad ist immer noch der Mensch gefragt

Am Lenkrad ist immer noch der Mensch gefragt

Von: Kathrin Albrecht
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Das ist das „Schätzchen“: Das Aixtreme-Racing-Team der FH Aachen präsentierte seinen neuen Boliden, den AIX FS 614. Heute geht es auf dem Hockenheimring um den Ernstfall. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Auf diesen Moment habe ich hingefiebert“, sagt Patrick Reis, bevor er und sein Team das Geheimnis unter dem schwarzen Stoff lüften. Das Aixtreme-Racing-Team der FH Aachen stellte jetzt seinen neuen Boliden, den AIX FS 614, auf dem neuen Campus der FH an der Eupener Straße vor. Ein Jahr lang hatte das 20-köpfige Team an dem Rennwagen konzipiert, geschraubt und geschweißt.

Insgesamt ist es der sechste Rennwagen, der an der FH gebaut wurde. Das Team arbeitet interdisziplinär. „Bei uns wirken sämtliche Ingenieurfachrichtungen, E-Techniker und Wirtschaftsingenieure zusammen“, erzählt Patrick Reis. Man arbeitet daran, auch die nichttechnischen Fachrichtungen mit ins Boot zu holen.

Ein bewegtes und intensives Jahr liegt hinter dem Team – und auch die eine oder andere Nachtschicht. Ein leichtes Auto wollte das Team konstruieren. Mit 209 Kilogramm ist der Rennwagen verglichen mit seinen Vorgängern tatsächlich ein Leichtgewicht. Und auch die Schaltung soll anders als bei den Vorgängern besser funktionieren. 42 Sensoren messen alle Fahrzeugzustände. Auch an den Assistenzsystemen für den Fahrer wurde gefeilt.

Zum ersten Mal seit drei Jahren stellt das Team seinen Boliden der Öffentlichkeit vor. Zwar gab es auch im vergangenen Jahr ein Auto, die Zeit war jedoch zu knapp für eine Präsentation. Heute soll der Rennwagen bei der Formula Student Germany (FSG) am Hockenheimring zeigen, was er unter der Haube hat. Bis zum 3. August misst sich das Aixtreme-Racing-Team mit 115 Teams aus über 26 Ländern. Der AIX FS 614 startet in der „Formula Student Combustion“, der Kategorie der Rennwagen mit Verbrennungsmotoren. Die Teams treten als Ingenieursgesellschaften auf, die eine Jury von ihrem Geschäftsmodell für einen neuen Rennwagen überzeugen müssen. So zählt nicht nur die Schnelligkeit, sondern das beste Gesamtpaket aus Konstruktion, Rennperformance, Finanzplanung und Marketing. Die Begeisterung für das Projekt war nicht nur bei den Studierenden spürbar, auch Rektor Marcus Baumann ließ sich anstecken: „Das Aixtreme-Racing-Team ist eines der besten Projekte, das wir an der FH haben.“ Bei keinem anderen Projekt ließen sich Invention, Innovation und Anwendung in dieser Form miteinander verbinden. „Es war beeindruckend, mit welchem analytischen Verständnis und mit welcher Professionalität gearbeitet wurde.“ Denn trotz allem Spaß sei das Projekt vor allem auch eine Vorbereitung auf das spätere Berufsleben. „Man arbeitet hier für seine Zukunft. Am Ring treten wichtige Sponsoren auf. Eine bessere Bewerbung, als selbst ein Rennauto gebaut zu haben, gibt es nicht“, meint Patrick Reis. Stolz auf sich kann das Team daher bereits jetzt schon sein, egal, wie das Rennen ausgeht.

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