Am Kran hängt der Moschee-Neubau

Von: stm
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Nach der tollen Grundsteinlegu
Nach der tollen Grundsteinlegung für die neue Moschee an der Stolberger Straße folgte die Ernüchterung: Der große Kran musste kurz nach seinem Aufbau wieder abgebaut werden. Der Untergrund trägt ihn nicht. Bisher hat es zwei Monate Bauverzögerung gegeben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Startschuss war mehr als verheißungsvoll. Über 1000 Menschen feierten Anfang Mai die Grundsteinlegung der neuen Yunus-Emre-Moschee an der Stolberger Straße. Drei Weltreligionen begingen gemeinsam ein fröhliches Fest. Doch bereits kurz darauf verging Abdurrahman Kol das Lachen.

Denn statt nun zur besten Baujahreszeit voll loslegen zu können, ging plötzlich gar nichts mehr. Seit fast zwei Monaten ruht die Baustelle mehr oder weniger. Die türkisch-islamische Gemeinde, deren Vorsitzender Kol ist, muss quasi tatenlos zusehen. Und mancher Passant hat sich bereits gefragt, warum das Projekt so stockt. Fakt ist: Es hat massive Probleme gegeben.

Der Grund für das Desaster steht in Resten noch an der Stolberger Straße. Von dem großen Kran, der kurz nach der Grundsteinlegung aufgebaut wurde, ist nur ein Gerippe des Metallturms übrig. Alles andere musste wieder abgebaut werden und liegt nun neben der Baustelle. Als das schwere Baugerät nämlich aufgerichtet war, gab der nur aufgeschüttete Boden darunter nach. Und es ist offenbar auch alles andere als leicht, für dieses Problem eine Lösung zu finden. Derzeit, so sagt Kol, laufen noch statische Berechnungen.

Letztlich soll ein anderer Kran nun mit einer Sondergenehmigung der Stadt auf der Stolberger Straße aufgebaut werden. Dieser muss allerdings noch größer werden als der andere, weil er weiter abseits der Großbaustelle steht. Und: „Wir brauchen nun zwei Kräne”, so der Gemeindevorsitzende. Wann genau die Arbeiter den Millionenbau hochziehen können, darauf will sich Kol nach den nun gemachten Erfahrungen nicht festlegen: „In den kommenden Wochen”, sagt er.

Verloren habe man allerdings bereits zwei Monate. Dabei stehe man doch unter einem gewissen Zeitdruck bei diesem Projekt. „Aber es hat sich eben dann doch lange hingezogen”, ist der Vorsitzende nicht gerade glücklich über die Situation. Dennoch bleibt er zuversichtlich, dass es nach dem holprigen (Bau-)Start bald doch vorangehen kann.

Millionenprojekt sollte Ende 2012 fertig sein

Die Yunus-Emre-Moschee entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle, das die türkisch-islamische Gemeinde 1987 kaufte.

Der erste Spatenstich erfolgte im August 2010, danach wurde vor allem die Baugrube ausgehoben. Die jetzige Verzögerung habe man genutzt, um Fehler in dieser Grube zu beheben, so Abdurrahman Kol. Am 8. Mai dieses Jahres wurde feierlich der Grundstein gelegt.

Fertig sein sollte die neue Moschee Ende 2011. Ob dies zu halten sein wird, muss der weitere Baufortschritt zeigen. Das neue Gotteshaus soll zwischen fünf und sechs Millionen Euro kosten.

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