Kornelimünster - Am kommenden Sonntag beginnt die Korneli-Oktav

Am kommenden Sonntag beginnt die Korneli-Oktav

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Kornelimünster. Wenn Propst Dr. Ewald Vienken gefragt wird, ob das Pilgern in einer modernen Gesellschaft überhaupt noch zeitgemäß ist, dann bedient er sich eines Bildes.

Eines sehr einleuchtenden Bildes. Vienken sagt also: „Wenn Sie auf einen Berg gehen, dann haben Sie eine wunderschönen Ausblick ins Tal. Egal ob Sie den Aufstieg zu Fuß oder mit der Seilbahn bewältigt haben.”

Aber, und das ist die feste Überzeugung des Propstes der Katholischen Pfarrgemeinden St. Kornelius Kornelimünster und St. Brigida Venwegen, wer den Berg zu Fuß erklommen habe, dessen Aussicht sei noch ein wenig schöner, als die des Seilbahnfahrers. Warum? „Weil sich beim Aufstieg zu Fuß der schöne Ausblick Stück für Stück offenbart”, sagt Vienken.

Der Propst sieht das Pilgern als ein Element der Entschleunigung, des Besinnens auf das Wesentliche und auf sich selbst. Und nicht zuletzt bringe es „das sinnliche Erfahren in den Glauben zurück.” Das ist das Angebot, das Ewald Vienken und seine Gemeinde jedem, der daran Interesse hat, von Sonntag, 13. September, bis Sonntag, 20. September, offerieren.

Kornelimünster lädt ein zur Korneli-Oktav, einem Fest, dessen Tradition zurückreicht bis ins Mittelalter. Die Vorbereitungen haben natürlich längst begonnen. 80 Freiwillige haben sich bereit erklärt, deren Ehrendienst zu übernehmen. Sie versorgen die Pilger mit Informationen und helfen bei Fragen weiter. Auch die 3500 Kornelius-Brötchen wurden bereits beim Bäcker in Auftrag gegeben. 2000 hat Vienken noch vom letzten Jahr auf Lager, auch sie werden verteilt. Was keine Erklärung dafür ist, dass die kleinen Teigbällchen hart wie Stein sind. „Die sind auch so, wenn sie ganz frisch bei uns ankommen”, sagt Vienken. Das liege eben an der traditionellen Rezeptur.

Der Propst rechnet mit rund 2000 Besuchern. Vielleicht werden es sogar mehr, der neue Wanderweg Eifelsteig habe ganz generell dafür gesorgt, dass mehr Wanderer und Fußgänger den Weg nach Kornelimünster fänden, hat Vienken beobachtet. Denn Besuchern wird jedenfalls ein umfangreiches Programm geboten. Täglich gibt es eine Pilgermesse, der Dienstag, 15. September, und der darauf folgende Mittwoch sind älteren und kranken Menschen gewidmet. Am Freitag, 18. September, 19.30 Uhr, wird der Aachener Domchor die Korneliuskirche zum klingen bringen und am Sonntag, 20. September, endet die Oktav um 17 Uhr mit der feierlichen Schlussandacht.

Mit Tradition brechen

Mit einer Tradition musste Vienken in diesem Jahr allerdings brechen. Nicht freiwillig, wohlgemerkt. Die Reliquien, Schädeldecke und Arm-Knochen des Heiligen Cornelius sowie Schädeldecke des Heiligen Cyprian, werden am Benediktus-Altar und nicht, wie gewohnt, in der Kornelius-Kapelle gezeigt. In letzterer wurden nämlich Risse an der Decke entdeckt, deren Sanierungskosten noch nicht absehbar sind. Allein die Voruntersuchungen haben mit 50.000 Euro zu Buche geschlagen. Vienken: „Das macht uns richtig Sorgen.” Das komplette Programm und mehr Informationen zur Korneli-Oktav gibt es unter 02408/2106 und im Internet.
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