Am Hangeweiher soll es schöner werden

Von: Stephan Mohne
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Im Kaiser-Friedrich-Park am Hangeweiher soll es (noch) schöner werden: Ein Großsponsor stellt der Stadt dafür 250 000 Euro zur Verfügung. Es soll es 55 neue und für ältere Menschen bequemere Bänke geben. Foto: Michael Jaspers
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Die Sichtachsen auf den Hangeweiher – Aachens erstes Regenrückhaltebecken aus dem 18. Jahrhundert – sollen freigeschnitten werden. Foto: Michael Jaspers
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Viele Wege sind sanierungsbedürftig. Foto: Michael Jaspers
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Unter anderem sollen die Terrassen mit einem „Staudenkonzept“ aufgewertet werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Geschichte des Kaiser-Friedrich-Parks im Südviertel hat in gewisser Weise mit einem Sponsoring begonnen. Als nämlich das als „Volkspark“ konzipierte Areal zwischen 1908 und 1910 angelegt wurde, da waren es seltene Bäume aus dem Bestand des Tuchfabrikanten Friedrich von Halfern, die dort gepflanzt wurden.

Seit mehr als 20 Jahren ist der rund 67.000 Quadratmeter große Park rund um den von der Pau gespeisten Hangeweiher ein Gartendenkmal. Aber: Der Zustand ist nicht der beste. Oder wie es die Verwaltung ausdrückt: Der Park sei „hinsichtlich seines Bestandes und seiner Ausstattung in die Jahre gekommen“. Eine Generalüberholung ist nötig, angesichts knapper städtischer Finanzen aber nicht so einfach in die Tat umzusetzen. Und damit zurück zum Thema Sponsoring: Die Aachener Firma „Daten- und Systemtechnik GmbH“ (DSA) an der Pascalstraße mit ihrem geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Eckhard Schulz an der Spitze ist bereit, die Kosten zu übernehmen. Der Stadtrat hat am Mittwoch einem entsprechenden Vertrag zugestimmt.

Die Namen DSA und Schulz mögen manchem in Bezug auf derartiges Sponsoring bekannt vorkommen. 2012 war es Schulz, der mit einem Betrag von 180.000 Euro den Bau der Archäologischen Vitrine im Elisengarten erst möglich machte. Die Summe stellte den städtischen Anteil an den Baukosten von über 800.000 Euro dar. Auch damals sah es mau im städtischen Haushalt aus. Beim ersten Spatenstich deutete Schulz damals vor Ort an, dass die Archäologische Vitrine eine Art Pilotprojekt in Sachen Sponsoring sein könnte. Jetzt setzt Schulz, der derzeit in Urlaub weilt, diese Ankündigung in die Realität um und hat den Kaiser-Friedrich-Park ins Visier genommen. Es geht dabei um nicht weniger als 250.000 Euro.

Die Viertelmillion steht am Ende einer Kostenkalkulation für die Aufwertung des Parks. Diese Kalkulation umfasst etliche Maßnahmen, die in die Wege geleitet werden sollen. Beispielsweise sind laut der Verwaltungsvorlage für den Rat die Oberflächen der Wege in so schlechtem Zustand, dass die Nutzung für Gehbehinderte stark eingeschränkt ist. „Dieser Zustand des Parks ist der Sponsorin nicht verborgen geblieben“, heißt es weiter. Auf Schulz‘ Anregung hin habe der Fachbereich Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Stadtbetrieb „und in Abstimmung mit dem Förderer ein Maßnahmepaket geplant.

Zu besagtem Katalog gehört ein Baumkataster, das angelegt werden soll. Sichtachsen sollen freigeschnitten, die Wege erneuert werden. Insgesamt 55 neue Bänke sollen die alten ersetzen – Kostenpunkt je 900 Euro. Die Bänke sollen Armlehnen haben und so für ältere Menschen bequemer sein. Auch 25 neue Abfallbehälter sollen aufgestellt werden. Die Terrassen sollen aufgewertet, eine Boulebahn wieder bespielbar gemacht werden. Um nur Beispiele zu nennen. Ein Bürgerpark wird also durch bürgerschaftliches (finanzielles) Engagement aufgewertet.

OB: „Ausgezeichnete Erfahrung“

Oberbürgermeister Marcel Philipp ist hocherfreut: „Wir haben mit dem Sponsor im Fall der Archäologischen Vitrine ausgezeichnete Erfahrungen gemacht.“ Schulz habe eine starke emotionale Verbindung zur Stadt. „Das kommt uns sehr, sehr gelegen“, so Philipp. Denn die Stadt könne angesichts der Finanzen in Sachen Grünpflege lediglich den „Standard“ gewährleisten, aber nicht das, „was man mit solchen Anlagen eigentlich machen könnte“. Das müsse man derzeit auf die lange Bank schieben. Ob das ein Modell etwa auch in Sachen Lousberg, Von-Halfern-Park & Co. sein könnte, hänge immer auch mit dem Sponsor zusammen. Im vorliegenden Fall passt es offenbar prächtig.

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