Am Elysée rückt jetzt der Abrissbagger an

Von: Oliver Schmetz
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Rosenmontag kommt der Zug, Veilchendienstag der Abrissbagger: Am Kapuzinergraben sollen zunächst drei Gebäude – darunter das alte Elysée-Kino – abgerissen werden, um einem Hotel, Wohnungen und Büroflächen Platz zu machen. Der Abriss erfolgt von der Elisabethstraße aus. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Seit Jahren wird die größtenteils verlassene Häuserzeile gegenüber dem Theater mit dem ehemaligen Elysée-Kino und dem früheren Sitz der Dresdener Bank zu den „hässlichen Ecken“ der Stadt gezählt – zuletzt von etlichen AZ-Lesern bei einem entsprechenden Aufruf unserer Zeitung im vorigen Frühjahr.

Doch nun sind die Tage der Schmuddelecke in schönster Innenstadtlage endgültig gezählt: „Direkt nach Rosenmontag“, so hat es die Landmarken AG am Donnerstag mitgeteilt, sollen die Abbrucharbeiten beginnen. Der Aachener Projektentwickler will an prominenter Stelle einen achtstöckigen Hotelneubau für die Hotelkette Motel One mit 270 Zimmern sowie Studenten-appartments und „zukunftsweisende Büroflächen“ errichten.

„Bereits seit einigen Tagen laufen vorbereitende Maßnahmen in den leeren Gebäuden“, berichtet Projektleiter Rainer Lukassek. Mit einigen unmittelbaren Nachbarn stehe man bereits länger in Kontakt, allen weiteren betroffenen Anwohnern und Geschäftsleuten in der Nachbarschaft wolle man das Bauvorhaben auf einer Infoveranstaltung noch vor Beginn der Abrissarbeiten vorstellen.

Über das genaue Datum sei die Nachbarschaft bereits per Flyer informiert worden, erklärt Landmarken-Sprecher Kolja Linden auf Nachfrage. Man wolle im Übrigen nicht nur informieren, „sondern auch dafür sorgen, dass Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten werden“, ergänzt Projektleiter Lukassek. So werde es für die Anwohner und Geschäftsleute während der gesamten Zeit der Bauarbeiten einen festen Ansprechpartner geben, der sich ihrer Belange annehmen werde.

Neue Verkehrsführung

Sämtliche Abrissarbeiten sollen laut Landmarken AG von der Elisabethstraße aus erfolgen. Dort soll sich der Abrissbagger für das Motel One von der Hausnummer 11 über die Nummer 7 zum Kapuzinergraben hindurcharbeiten, wo die Gebäude mit den Hausnummer 6 bis 10 fallen sollen. Hierfür habe die Stadt die Abrissgenehmigung bereits erteilt, so Linden.

Danach soll der Abriss der Häuser Elisabethstraße 13 bis 15 für das geplante Appartmenthaus erfolgen, ehe das Gebäude Kapuzinergraben 16 an die Reihe kommt, „an dessen Stelle ein Neubau mit dem benachbarten ehemaligen Bankhaus zu einem zukunftsweisenden Hort für Aachens digitale Wirtschaft verschmelzen wird“, wie es die Landmarken AG formuliert. Hierbei soll eine Mischung aus historischer und moderner Architektur geschaffen werden.

Mit dem Beginn der Abrissarbeiten gehen auch Änderungen in der Verkehrsführung einher. Wie das städtische Presseamt am Donnerstag mitteilte, ist der motorisierte Verkehr davon nur in der Elisabethstraße betroffen. Dort wird für die Zeit der Bauarbeiten die Einbahnstraße umgedreht, was dazu führt, dass sämtlicher Verkehr – also auch jeglicher Baustellenverkehr – über die Kleinmarschierstraße in die Elisabethstraße geleitet und über die Hartmannstraße zu Friedrich-Wilhelm-Platz und Kapuzinergraben hinausgeführt wird. In der Elisabethstraße werden dann auch einige Parkplätze direkt vor der Baustelle wegfallen.

Anfang 2019 Fertigstellung?

Auf der anderen Seite – am Kapuzinergraben – sollen die Fahrbahnen von der Baumaßnahme völlig unbeeinträchtigt bleiben. Dort soll lediglich der Bürgersteig auf einer Länge von etwa 30 Metern schmaler werden, weil zunächst vor den Häusern 6 bis 10 Gerüste und Bauzäune errichtet werden. Ähnlich wird dann später auch vor Haus Nr. 16 verfahren. „So greifen wir nur ganz gering in den Verkehr ein“, verspricht Lukassek.

Der Projektleiter hofft, mit dem kompletten Abriss in drei bis vier Monaten fertig zu sein. Das gesamte Projekt soll Ende 2018, Anfang 2019 fertiggestellt sein – wobei die drei einzelnen Bausteine laut Landmarken-Sprecher Linden nacheinander errichtet werden sollen: zuerst die Wohnungen, dann das Hotel, dann die Büroflächen.

Während es rund ums alte Elysée nun vorangeht, verzögert sich gleich gegenüber derweil ein Verkehrsprojekt. Eigentlich wollte die Verwaltung das Theater ab diesem Frühjahr testweise aus seiner Insellage herausnehmen und die Umfahrung nur noch auf der zum Kapuzinerkarree hin liegenden Seite zulassen.

Mit dieser Idee, die schon länger diskutiert wird, will man auf der anderen Theaterseite den Platzcharakter stärken und mehr Raum für Grünflächen und Außengastronomie schaffen. Doch unter anderem wegen der Großbaustelle wird das jetzt verschoben. Aber vielleicht gelingt der Test ja auch besser, wenn die „hässliche Ecke“ gegenüber verschwunden ist.

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