Am Dom laufen die Vorbereitungen fürs Jubiläum 2014

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
Islam und Rechtsstaat: Abraham
Islam und Rechtsstaat: Abraham Klink aus den Niederlanden sprach bei der Europäischen Stiftung Aachener Dom. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Zusage von Arno Geiger steht bereits. Für einen prominenten Autor bei „Literatur zur Nacht”, zu der die Europäische Stiftung Aachener Dom im kommenden Jahr ein viertes Mal einladen wird, ist damit gesorgt.

Außerdem bemüht man sich zurzeit noch, die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht zu gewinnen. Dies gab die Stiftung am Wochenende nach ihrer Jahresversammlung bekannt.

Das Treffen endete anspruchsvoll: Einen teils durchaus philosophischen Vortrag zum Thema „Niederlande - Segeln auf den Wellen der Nationalität oder der Menschenrechte?” hatte der ehemalige niederländische Wohlfahrtsminister Abraham Klink vorbereitet; mit Scarlatti und Chopin setzte sich im anschließenden Konzert Valentin Schiedermair auseinander.

Der Christdemokrat Klink setzte sich mit den großen Vorbehalten gegenüber dem Islam auseinander, die sich in den vergangenen Jahren auch in den Niederlanden ausgebreitet haben. Die Frage, ob „der Rechtsstaat ein Treffpunkt für alle Kulturen” sei oder doch bestimmte Gruppen ausschließe, müsse gestattet sein.

Da aber die Absichten hinter dieser Frage entscheidend seien, erteilte Klink der Agenda eines Geert Wilders und seiner „Freiheitspartei” eine klare Absage: Diese setze sich zusammen aus Wohlstandschauvinismus, Fremdenfeindlichkeit und Populismus und werde über kurz oder lang Opfer ihrer eigenen Widersprüche werden.

Weil vor dem Vergnügen bekanntlich die Arbeit kommt, hatten Kuratorium (Vorsitz: Armin Laschet) und Beirat (Vorsitz: Michael Wirtz) den Blick zuvor intensiv auf die gar nicht mehr allzu ferne Zukunft gerichtet: Im Jahr 2014 wird sich der Tod Karls des Großen zum 1200. Mal jähren. Auch die nächste Heiligtumsfahrt ist für 2014 terminiert.

Nun will man dem Aachener Dom als Weltkulturerbe einen Popularitätsschub verpassen: „In der Welt weniger bekannt, aber historisch bedeutender als der Kölner Dom”, sagt Laschet. Und Wirtz ergänzt: „Der Dom hätte viel mehr Aufmerksamkeit in den Medien verdient.” Dies gelte gerade mit Blick auf den schwierige Situation Europas in der Eurokrise; die Bedeutung Karls für die Idee Europa sei schließlich unbestritten.

Nun kommt es also darauf an, mit guten Ideen nicht zu geizen. Und einiges ist bereits zusammengekommen: Laschet nennt da etwa eine Euro-Sondermünze für Sammler und eine Ausstellung im Düsseldorfer Landtag. Auch könne es ein lohnendes Ziel sein, die Kaiserstadt im Jahr 2014 als Gastgeber für Tagungen zu bewerben. Denn was für den Dom gut ist, könne auch für Stadt und Region schwerlich verkehrt sein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert