Am Brander Marktplatz wackelt sogar der Stier vor Freude

Von: Stefan Herrmann
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Brander Marktplatz
Großer Stier, großer Platz: Gut 40 Jahre hat das Brander Wahrzeichen mittlerweile auf dem Buckel. Das Drumherum ist nun für 2,8 Millionen Euro umgestaltet worden. Der Brander Marktplatz ist mit 5000 Quadratmeter Fläche sogar der zweitgrößte Aachens. Foto: Andreas Schmitter
Brand Marktplatz
Liebe zum Detail: Diese kleinen Schaukel-Stiere laden Kinder zum spielerischen Ritt ein. Die neue Ortsmitte in Brand wartet mit mehreren Besonderheiten auf. Foto: Andreas Schmitter
Brand Marktplatz
Große Geräte: Der Spielplatz Eschenallee schmiegt sich an die neugestalteten Marktfläche. Er ist deutlich offener angelegt und besser einsehbar als die alten Spielgeräte vor dem Umbau. Foto: Andreas Schmitter
Brand Marktplatz
Wasser Marsch: Noch befindet sich der neue Brunnen samt Brander Schriftzug im Winterschlaf. Das soll im Frühjahr anders aussehen. Dann wird im 17 000 Einwohner zählenden Stadtteil das neue Zentrum mit einem Fest eingeweiht. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wer in Aachen was erleben will, fährt grundsätzlich gut mit dem Motto „Auf die Plätze, fertig, los!“. Denn auf Aachens Plätzen passiert immer etwas. Der größte Platz der Stadt liegt... na klar!... mit rund 5800 Quadratmetern direkt vor dem Rathaus in der City. Aber schon auf Rang zwei folgt nicht etwa der Katschhof (3600 Quadratmeter), sondern Brands rundum aufpoliertes neues Zentrum.

Der für 2,8 Millionen Euro umgestaltete Marktplatz zählt knapp 5000 gepflasterte Quadratmeter. 4500 davon sind „bespielbar“ – sie können also für Veranstaltungen genutzt werden. Und genau das plant man in Brand nun auch. Der schicke neue Ortsmittelpunkt soll mit viel Leben gefüllt werden. Auch wenn das an diesem tristen, nasskalten Januarmorgen (noch) nicht danach aussieht.

„Ein vorbildliches Stück Stadtentwicklung“

„Der Veranstaltungskalender des Katschhofs ist ja vielleicht irgendwann einmal vollgelaufen, dann helfen wir in Brand gerne aus“, bot Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns am Montag sogleich augenzwinkernd Amtshilfe in Richtung Oberbürgermeister Marcel Philipp an, sollte es einmal eng werden zwischen Dom und Rathaus. Beide begutachteten am Montag gemeinsam mit mehreren beteiligten Experten der Stadtverwaltung und dem verantwortlichen Landschaftsarchitekten Andreas Hermanns das Ergebnis vor Ort. Einhelliger Tenor: Die neue Brander Mitte sei ein „vorbildliches Stück Stadtentwicklung“, wie OB Philipp es nannte.

Von einem Schnellschuss kann man in Brand wahrlich nicht sprechen. 2008 (!) fanden erste Ideenwerkstätten statt. Nachdem die Politik entschieden hatte und Förderbescheide des Landes vorlagen, rückten im April 2015 endlich die Bagger an. Zunächst wurde die marode Marktstraße erneuert. Ab Mai 2016 packte man dann den Brander Stier und „seinen“ Platz so richtig bei den Hörnern. Doch der wirkt anno 2017 so gar nicht wie ein gehörnter Bulle. Denn seine neue Heimat kann sich wahrlich sehen lassen. Der Platz wirkt deutlich klarer in seiner Struktur als zuvor. Drei Achsen hat Architekt Hermanns dafür baulich herausgearbeitet.

Da wäre einmal die „Gastroschiene“ von der Trierer Straße kommend entlang der Marktstraße, die von frisch gepflanzten Magnolien gesäumt wird. An der unteren Ecke des Platzes befindet sich ein Brunnen, in dem nach der Winterperiode Wasser über einen großen Schriftzug „Brand“ sprudeln wird. Das sogenannte „Aktivitätenband“ entlang des Parks lockt nun zudem kleine und große Besucher unter anderem mit einem Streetball- und Soccerfeld. Trotz frostiger Phase wird der komplett neu gestaltete Spielplatz im oberen Bereich des Areals bereits jetzt sehr gut angenommen, wie Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders berichtete. Und dann wäre da noch das „Kirchband“. Dieses erlaubt einen deutlich besseren Blick auf die Kirche St. Donatus und bindet diese durch neue Wege besser an den Marktplatz an.

Für viel Aufregung sorgte im Vorfeld die Nachricht, dass die alten Eschen entlang der Allee am Marktplatz gefällt werden. Dies sei laut Verwaltung notwendig geworden, da der überwiegende Teil der Bäume krank und anfällig gewesen sei. Mittlerweile bilden 39 neue (und noch deutlich kleinere) Eschen die wiederhergestellte Allee. Insgesamt fällt die Baumbilanz bei der Großsanierung in Brand positiv aus. Knapp 50 grüne Riesen fielen der Kettensäge zum Opfer, 80 neue wurden rund um den Platz und im Park gepflanzt.

Wer den Blick vom Platz löst und sich den Details widmet, findet noch einige amüsante bauliche Besonderheiten. So erregen nur wenige Meter entfernt von seinem Podest mehrere bronzene Hufspuren die Aufmerksamtkeit, die der Brander Stier auf dem Pflaster „hinterlassen“ hat. Und auch einige Schaukel-Spielgeräte kommen nun im Gewand des Brander Wahrzeichens daher. Das Ergebnis: Die Wackel-Stiere geraten jetzt schon beinahe täglich ins Wanken. Natürlich nur aus Freude darüber, wenn die kleinen Besucher auf ihnen reiten.

„Die Brander mögen ein eigenes Völkchen und oftmals etwas skeptisch sein. Doch je weiter hier die Arbeiten fortgeschritten sind, desto mehr wuchs bei allen die Freude über unser neues Zentrum“, so Peter Tillmanns. Und dass dieses Zentrum samt 5000-Quadratmeter-Platz keineswegs den Vergleich mit den großen Plätzen im Talkessel scheuen muss, nimmt das „eigene Völkchen“ sicherlich auch wohlwollend zur Kenntnis.

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