Am Boxgraben geht´s bergauf

Von: Christoph Classen
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Chaotische Verkehrsführung: Weil entlang der Baustelle am Boxgraben Geschäftseingänge versperrt und Parkplätze über mehr als anderthalb Jahre Mangelware sind, wollen Stadt und Stawag jetzt den Ladenbesitzern unter die Arme greifen und die Fertigstellung beschleunigen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Boxgraben lächelt Maria Keller immer. Was nicht ungewöhnlich ist, schließlich hängt das Antlitz der SPD-Frau als großformatiges Plakat an zahlreichen Laternen.

Ungewöhnlich ist dagegen, dass die plakatierte Maria Keller von zahlreichen lachenden Gesichtern umgeben war. Hatte doch die Dauerbaustelle Boxgraben besonders den ansässigen Geschäftsleuten die Laune gründlich verdorben.

So etwas noch nicht erlebt

Herbert Senden ist einer von ihnen, und am Sonntag wirkte der Inhaber der Kneipe „Schlüsselloch” ziemlich entspannt. Es gab etwas zu feiern: Nach rund einem Jahr Bauzeit sollen die Geschäfte am unteren Boxgraben ab Montag wieder problemlos erreichbar sein.

Deswegen wurden Getränke- und Süßigkeitenstände aufgebaut, es gab Eis, Livemusik und ein winziges Kinderkarussell. Herbert Senden ließ indes in einem schattigen Plätzchen vor seiner Kneipe die letzten Monate noch mal Revue passieren.

Seit 28 Jahren betreibe es das „Schlüsselloch”, aber so etwas habe er noch nicht erlebt. Für die Notwendigkeit der Arbeiten hatte Herbert Senden jederzeit Verständnis. Denn dass der Boxgraben kurz vor dem technischen K.o. stand, hätten die Bauarbeiten zu Tage befördert.

Um im Staub und Dreck der Baustelle nicht völlig unterzugehen, plante der Wirt Protest. Ein Straßenfest wollte er machen, ganz ohne Genehmigung. Als die Stadt davon erfuhr, bot sie ihm an, das Fest zu unterstützen. Wenn er es etwas später steigen ließe. Senden willigte ein, und deswegen wurde mit organisatorischer Hilfe der Stadtverwaltung und finanzieller Unterstützung von Stawag und des beauftragten Bauunternehmens gefeiert. Seine Protestaktion habe sich gelohnt, denn durch die Terminierung des daraus entstandenen Straßenfests seien die Arbeiten schneller vorangegangen. „Im letzten Monat ging es deutlich zügiger”, sagte Senden. Und mit Blick auf den Boxgraben kam er zu dem Schluss: „Es wird schön.”

Davon wollten sich wohl auch die zahlreichen Politiker jedweder Couleur überzeugen, die so zahlreich zum Straßenfest erschienen waren, das sich mit ihnen mühelos ein Sitzungssaal hätte füllen lassen. Einige von ihnen traten auch zum Torwandschießen an, und wer seine Wahlentscheidung von den fußballerischen Fähigkeiten der Kandidaten abhängig machen wollte, der ist nun so schlau wie zuvor. Die OB-Kandidaten Marcel Philipp (CDU), Karl Schultheis (SPD), Horst Schnitzler (UWG) und Hans-Dieter Schaffrath (FWG) landeten keinen Treffer. Hilde Scheidt (Grüne), Wilhelm Helg (FDP) und Einzelbewerber Jörg Polzin waren nicht angetreten. Das wird am Sonntag ganz sicher anders sein.
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