Aachen - „Altstadtquartier Büchel“: Jetzt geht‘s richtig los

„Altstadtquartier Büchel“: Jetzt geht‘s richtig los

Von: Stephan Mohne
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Bei drei Großprojekten geht es voran: Der Planungaausschuss hat die Verwaltung beauftragt, einen Bebauungsplan für das „Altstadtquartier Büchel“ zu erarbeiten. Entwurf: Chapman Taylor
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Bei drei Großprojekten geht es voran: Der Planungaausschuss hat die Verwaltung beauftragt, einen Bebauungsplan für das „Altstadtquartier Büchel“ zu erarbeiten. Dasselbe gilt für die Fläche des Vegla-Hauses (Bild), das abgerissen und Wohnungen, Handel und Büros weichen soll.
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Am Ende ist jetzt das Bebauungsplanverfahren für das „Blue-Gate“-Projekt am Hauptbahnhof. Entwurf: Merkur/Bluestone

Aachen. Aller guten Dinge sind drei. Für genau so viele Großprojekte hat der Planungsausschuss am Donnerstag wichtige Weichen gestellt. Im Überblick:

Altstadtquartier Büchel: Das Gesicht der historischen Altstadt zwischen Büchel, Mefferdatis- und Großkölnstraße wird sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern. Die Politik hat die Verwaltung nun beauftragt, auf Basis des mittlerweile überarbeiteten Siegerentwurfs aus dem städtebaulichen Wettbewerb – kreiert vom Architektenbüro Chapman Taylor – ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten.

Vor dem Ausschuss hatte es noch ktitische Stimmen aus der Politik eben wegen jener Überarbeitung gegeben. Denn im Vergleich zum Siegerentwurf sollen die Gebäude teils ein Stück höher und die Bebauung dichter werden. Zudem ist geplant, die Antoniusstraße durch ein Gebäude zu „zerschneiden“, um die künftige Wohnnutzung auf der einen von den dann in einem „Laufhaus“ konzentrierten Bordellen zu trennen. Der Beschluss für den Bebbauungsplan fiel letztlich jedoch einstimmig.

Über die kritischen Punkte wird im weiteren Verlauf noch zu diskutieren sein. Eingearbeitet in den Beschluss wurden – insbesondere auf Betreiben der Grünen – einige Aufträge an die Verwaltung. Wichtig ist dabei zum Beispiel, was die Experten und Professoren Carl Fingerhuth und Christa Reicher zu der Überarbeitung sagen. Ein Gespräch mit ihnen soll Mitte September stattfinden. Die Projektentwickler Norbert Hermanns und Gerd Sauren sollen dann Architektenwettbewerbe für die Hochbauten initiieren.

Wenn klar ist, welches Gesich das Quartier haben könnte, soll es so bald wie möglich eine Bürgerbeteiligung geben. Zudem soll auch das Thema Quellen und Wasser noch eine Rolle spielen. Durch die Änderung bei den Gebäuden entstehen letztlich – das wurde im Ausschuss klar – 20 Prozent mehr Flächen als ursprünglich vorgesehen. Insbesondere bezieht sich das auch Büro- und Geschäftsnutzungen, wodurch sich der Wohnanteil verringert.

Vegla-Haus: Auch hier gab es den Auftrag an die Verwaltung, einen Bebauungsplan für das rund 8000 Quadratmeter große Areal im Bereich Viktoriaallee/Bismarckstraße aufzustellen. der bisherige war auf das markante Gebäude aus den 1970er Jahren mit seinen 20.000 Quadratmeter großen Glasfronten zugeschnitten. Doch das will die Aachener Nesseler-Gruppe, die das Ensemble Ende 2015 kaufte, nun abreißen lassen.

Zu teuer wäre eine Sanierung der maroden und nicht zeitgemäßen Technik. Entstehen soll dort ein Neubau mit insgesamt 200 Wohnungen sowie Platz für Einzelhandel und Büros. Dieser Plan stößt in der Politik auf Zustimmung. Gelöst werden muss allerdings noch ein Problem mit der Innenbelüftung des Gebäudekomplexes. Wegen einer Luftschneise hatte es bis dato an der Bismarckstraße eine Baulücke gegeben, die im Zuge des Neubaus jedoch geschlossen werden soll. Das dürfte allerdings dem Projekt nicht im Wege stehen, hinsichtlich einer Lösung zeigte man sich im Ausschuss optimistisch.

Blue Gate: Am Ende des Bebauungsplanverfahrens ist – endlich – das 70 Millionen Euro „schwere“ Blue-Gate-Projekt am Hauptbahnhof angekommen, nachdem es lange Knatsch um Details gegeben hatte. Der Planungsausschuss empfahl dem Stadtrat, den Bebauungsplan per Satzungsbeschluss in trocke Tücher zu wickeln. Grüne und Linksfraktion, die weiterhin Bauchschmerzen mit einigen Details haben, stimmten dagegen. In den drei Bauteilen des Komplexes, der von der „Merkur Developement“ (Rüsselsheim) und der „Bluestone GmbH“ (Aachen) realisiert wird, ist Platz für ein 160-Zimmer-Hotel, 300 Studentenappartements sowie 6000 Quadratmeter Büros und 5600 Quadratmeter Handel und Gastronomie.

Wenn der Stadtrat Mitte September zustimmt, könnte bereits im Herbst Baubeginn sein. Allerdings muss bis dahin noch eine Sache vertraglich verankert werden, die bislang fehlt, wie im Planungsausschuss klar wurde. Nirgendwo findet sich nämlich ein Passus, dass die drei Bauteile zeitlich nah beieinander gebaut werden müssen. Nicht möglich sein soll, dass man zum Beispiel erst einmal das Hotel baut und sich dann mit dem Bau der Wohnungen und/oder Büros Zeit lässt.

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