Altholz am Bach ärgert Anwohner

Von: mh
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Sinnvolle Maßnahme oder Anlass zur Sorge? Anwohner des II. Rote-Haag-Wegs fürchten, dass die Baumstämme nahe dem Kupferbach Überschwemmungsgefahren noch begünstigen. Das Forstamt argumentiert dagegen, das Altholz müsse aus ökologischen Gründen bleiben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Umfangreiche Bestände von frisch gefälltem Holz hat die Stadt vergangene Woche erfolgreich versteigert – unterdessen stolpert mancher im Bereich zwischen dem II. Rote-Haag-Weg, dem sogenannten Philosophenweg und dem Kupferbach nach wie vor über allerhand liegengebliebene Baumstämme.

Im doppelten Wortsinn: Beim Forstamt, berichtet Anwohner Dr. Hans-Hermann Kasten, habe man den Verbleib der Hölzer vor allem damit begründet, dass Spaziergänger möglichst davon abgehalten werden sollten, sich ihre eigenen Wege durch den Wald zu bahnen.

„Ich halte das, ehrlich gesagt, für einen pädagogischen Witz“, meint Kasten. Und weist darauf hin, dass besagte „Altlasten“, die im Übrigen bereits seit rund drei Jahren dort herumlägen, nicht zuletzt von spielenden Kindern benutzt würden, um Staudämme am Kupferbach zu bauen. „Da besteht die Gefahr, dass der Philosophenweg einmal mehr unter Wasser gesetzt wird“, moniert der AZ-Leser.

Und: Sicherlich hätte die Verwaltung einen erklecklichen, womöglich vierstelligen Betrag „ernten“ können, wenn sie die seit Jahr und Tag gefällten Stämme gleich mit unter den Hammer gebracht hätte. Fast täglich sei er deshalb mit einigen Nachbarn unterwegs, um den Bach zu reinigen. Zwar sei inzwischen eine Drainage aus zwei Leitungen gelegt worden, aber die könnten erfahrungsgemäß durch angeschwemmtes Erdreich schnell verstopfen, kritisiert Kasten.

„Wir können sagen, dass die Leute jetzt verstärkt die ausgewiesenen Wege benutzen, statt einfach querfeldein zu laufen“, entgegnet der Leiter des Forstamts, Gerd Krämer, auf Nachfrage. In Kürze werde das Abflusssystem überdies verbessert, indem die Durchmesser der Rohre vergrößert würden, so dass die Überschwemmungsgefahr weiter eingedämmt werde. Aus ökologischen Gründen lege die Stadt großen Wert darauf, dass ein gerüttelt‘ Maß an Altholz zwischen den Fußgängerpfaden verbleibe. Dass Kinder am Kupferbach kleine Dämme errichteten, sei indessen kaum zu verhindern. Die suchten sich ihr Material im Zweifelsfall ohnehin im Umfeld zusammen.

„Und wer zum Bach will, erreicht ihn ja auch über die offiziellen Wege“. Aus forstwirtschaftlicher Sicht sei es daher sinnvoll, die Stämme liegenzulassen. Krämer: „Bei einer Versteigerung hätten wir kaum mehr als wenige hundert Euro dafür erzielt.“

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