Altes Klinikum: Ab Januar gehört Gelände wieder der Stadt

Von: Stephan Mohne
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Wildnis statt Bautrupps: Der Park Altes Klinikum geht bald wieder in städtischen Besitz über. Die heftig umstrittenen Pläne des AMB-Konzerns sind nämlich längst in der Mottenkiste. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Über dieses Kapitel Aachener Lokalpolitik ist längst Gras gewachsen. Buchstäblich. Und schon bald wird auch noch höchst offiziell jenes Buch zugeschlagen, das einst den Titel trug: „Verkauf des Parks Altes Klinikum”. Verkauft wurde das 32.000 Quadratmeter große Stück Aachen tatsächlich.

So notariell am 12. August 2004 mit der Käuferin besiegelt. Das war die „AachenMünchener Beteiligung” (AMB), später „AMB Generali”, heute „Generali Deutschland”. Die wollte damals 60 Millionen Euro in die Erweiterung ihres Rechenzentrums stecken, von hunderten Arbeitsplätzen war die Rede. Fast genau ein Jahr später wurde dieses Projekt - eines der umstrittensten der vergangenen Jahrzehnte - zunächst gestoppt, um dann sang- und klanglos seiner endgültigen Beerdigung zugeführt zu werden. Jahre später, genau am 1. Januar 2010, wird die Stadt wieder Herrin über das Terrain zwischen Goethestraße und Maria-Theresia-Allee.

Zu diesem Tag wird der Kaufvertrag „rückabgewickelt”. Fristgemäß. Denn in dem Kontrakt war verankert worden, dass bis Ende 2009 mit dem Bau begonnen werden muss. Der Konzern siedelt im Gegenteil just dieser Tage die Holding mit rund 220 Leuten nach Köln um. Jobverluste für Aachen werde es dennoch nicht geben, da IT-Bereiche von außerhalb hier konzentriert werden.

Die Stadt wird nun den bereits gezahlten Teil der Kaufsumme - die Rede war damals von über einer Million Euro - zurücküberweisen. Die entstandenen Kosten muss nach AZ-Informationen das Versicherungsunternehmen übernehmen. Frohlocken wird letztmals auch die Bürgerinitiative „Lasst uns unseren Park” (LuuP), die damals gegen die Baupläne anging. CDU und SPD entschlossen sich für den Verkauf - vor allem wegen der Arbeitsplätze. Und ließen gar kurz vor der Kommunalwahl 2004 gemeinsame Flugblätter verteilen. Auch die FDP votierte dafür. OB Jürgen Linden hielt „Brandreden”, sprach von bis zu 6000 Jobs, die durch ein Plazet pro AMB gesichert würden. Mehrfach kamen Planungsvarianten ins Spiel, wobei sogar Zeppeline aufstiegen, um die Auswirkungen von Hochhäusern zu testen.

Angesichts der heftigen Debatten reagierten die befürwortenden Politiker ziemlich verärgert, als das Projekt 2005 auf Eis gelegt wurde. Nur die Grünen strahlten, waren sie doch gegen die Bebauung. Und letztlich hatte das Ganze auch noch Auswirkungen auf die Kommunalwahl, schließlich zog mit Horst Schnitzler und seiner Unabhängigen Wählergemeinschaft (sie ging in der „Linken” auf) einer der Protest-Protagonisten in den Rat ein. Nochmals aufgeschlagen wird das Kapitel „Park Altes Klinikum” wohl nicht. Denn, so betonten die Politiker damals: Für einen anderen Zweck als den AMB-Neubau werde das Land keinesfalls hergegeben.
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