Altes „GL“-Gebäude kommt unter den Hammer

Von: Stephan Mohne
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Das alte Garbe-Lahmeyer-Gebäude an der Ecke Jülicher Straße/Krantzstraße wird am 24. Juni zwangsversteigert. Der Verkehrswert liegt bei knapp fünf Millionen Euro. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Im vergangenen Sommer wären in dem großen alten Indus-triekomplex an der Ecke Jülicher Straße/Krantzstraße fast die Lichter ausgegangen. Buchstäblich. Der Besitzer hatte nämlich seine Stromrechnung bei der Stawag geraume Zeit nicht bezahlt.

Dabei sitzen in dem langgezogenen Gebäude auf einem Grundstück von fast 8000 Quadratmetern auch heute noch mehr als 60 Firmen – vom Kleinstunternehmen mit gerade einem Büro bis hin zum größeren Mittelständler auf mehr als der Hälfte der Fläche.

Für die Mieter ging die Sache noch glimpflich aus, weil der Strom schließlich doch nicht abgeschaltet wurde. Für den Besitzer, der das Gebäude von einem Dienstleister betreuen ließ, allerdings nicht. Denn kurze Zeit später wurde die Immobilie unter Zwangsverwaltung gestellt, dem Besitzer wurde also seitens seiner Gläubiger das Heft aus der Hand genommen.

Nun folgt der nächste Schritt. Am Mittwoch, 24. Juni, kommt das Gebäude – einst Sitz des früher ruhmreichen Aachener Elektrotechnik-Unternehmens „Garbe-Lahmeyer“ (GL) – unter den Hammer. Vor dem Aachener Amtsgericht (3. Etage, Saal A3.017) wird das Objekt um 9 Uhr morgens zwangsversteigert. Betreiberin dieses Verfahrens ist die Sparkasse Aachen, die dem Vernehmen nach selber auch die Zwangsverwaltung übernommen hatte.

Errichtet wurde der Gebäudekomplex um 1920, Erweiterungen folgten in den 1950er und 1960er Jahren. Laut Gutachten, das die Sachverständigen Heinz und Florian Bonenkamp erstellt haben, sitzen dort derzeit Firmen verschiedenster Branchen – so etwa metallverarbeitende Betriebe, eine Schreinerei, eine Messebaufirma, eine Kampfsportschule und vieles mehr. Der größte Teil der 12.700 Quadratmeter Nutzfläche waren zum Zeitpunkt der Erstellung der Expertise im vergangenen Jahr vermietet.

Allerdings ist an dem Gebäude offenkundig auch noch einiges zu machen. Laut Gutachten schrieb das Bauordnungsamt im Oktober 2014 dem Zwangsverwalter, also der Sparkasse, unter dem Stichwort „Ordnungsbehördliches Verfahren, (...) Illegale Nutzung von Büros- und Gewerbeflächen“, dass der Brandschutz teils nicht der Regeln entspreche. Dafür gibt es dann Abzüge bei der Ermittlung des Verkehrswertes. Dieser wird von den Sachverständigen unter dem Strich mit 4,94 Millionen Euro angegeben.

Die Sparkasse machte auf Anfrage keine weiteren Angaben zum Verfahren. Das dürfe man über das, was ohnehin in der öffentlichen Bekanntmachung und im Gutachten veröffentlicht ist, auch gar nicht. Die Stawag bekundete, dass man seit der Zeit der Zwangsverwaltung keine Probleme mehr habe und mit dem Verwalter „eine sehr gute und zuverlässige Zusammenarbeit“ habe, so Unternehmenssprecherin Eva Wußing.

Entsprechend gebe es nun auch keine offenen Stromrechnungen mehr. Was allerdings nicht für den bisherigen Besitzer gilt. Wußing: „Es gibt noch Altforderungen in einer höheren fünfstelligen Summe. Diese sind noch nicht beglichen.“ Deswegen werden bei den Firmen im früheren „GL“-Bau allerdings nicht die Lichter ausgehen.

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