Altes Elysée-Kino weicht Hotel-Neubau

Von: Robert Esser
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Tristesse adieu: Nach dem Abriss des alten Elysée-Kinos und den zwei rechts daneben liegenden Häusern am Kapuzinergraben soll Motel One auch die Rückseite, Elisabethstraße, aufwerten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wie ausgeschlafen die Manager der Hotelgruppe Motel One sind, weckt viel Interesse. Die Münchener Führungsetage des stark expandierenden Unternehmens sitzt mal wieder auf gepackten Koffern. Im Dezember reist man nach Stuttgart und erhält den „Deutschen Marketing Preis“. Danach geht‘s weiter nach Aachen.

Denn direkt gegenüber vom Stadttheater – am Kapuzinergraben 6, 8 und 10 – will die Landmarken AG einen neuen Hotelkomplex errichten. Mit der Motel One Group hat der Aachener Projektentwickler und Eigentümer der Immobilien jetzt einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung haben die Landmarken AG und die Motel One Group am Dienstag auf Anfrage bestätigt.

Baubeginn für 2016 geplant

Nach dem Abriss der drei Gebäude – darunter ist auch das ehemalige Kino beziehungsweise die Diskothek Elysée-Palast – soll 2016 mit dem Neubau begonnen werden. „Die Fertigstellung erwarten wir im Jahr 2018“, erklärte Stefan Lenze, Sprecher der Motel One Group. Das Motel One in Aachen soll voraussichtlich rund 260 Zimmer haben. Zum Vergleich: Das große „Innside by Meliá“-Hotel an der Sandkaulstraße – geplante Einweihung spätestens zum Jahresbeginn 2016 – wird über 158 Zimmer verfügen.

Motel One gibt es seit dem Jahr 2000. Inzwischen zählt die erfolgreiche Low-Budget-Design-Hotelmarke europaweit über 50 Hotels mit rund 13 500 Zimmern. In Aachen – an der Achse vom Hauptbahnhof zur Altstadt und den Aachener Einkaufsmeilen – soll das neue Ensemble zweiseitig erschlossen werden. Der Haupteingang werde am Kapuzinergraben liegen; viele Zimmer sollen Ausblick auf das Theater oder hinten auf die Jugendstil-Schwimmhalle in der Elisabethstraße bieten, hieß es. Dort ist ein weiterer Zugang geplant, wodurch die schmuddeligen Rückseiten der dort (noch) stehenden Altimmobilien verschwinden. Die weiteren Planungen seien bereits in Angriff genommen worden, genauso wie der Antrag auf Bauvorbescheid.

Jens Kreiterling, Vorstand der Landmarken AG, erklärte auf Anfrage: „Mit Motel One holen wir ein sehr erfolgreiches Hotelkonzept nach Aachen, das zu attraktiven Preisen eine hohe Qualität bei tollem Design bietet – das passt perfekt zu unserer jungen Stadt.“ Damit könne man den Standort am Theater nachhaltig aufwerten, sagte er. Vorstand Norbert Hermanns ergänzte: „Motel One bringt selbst eine Menge neuer Gäste nach Aachen und verstärkt weiter Aachens Ausstrahlung auf Touristen. Das ist eine ideale Ergänzung zum bestehenden Hotelangebot.“ Die Zukunft des verwaisten Bankgebäudes links daneben ist indes noch ungewiss.

Hohes Wachstumspotenzial auf dem Hotelsektor sieht auch Gabriele Philipp vom Aachen Tourist Service (ats): „Wir sind der festen Überzeugung, dass Aachen von weiteren Hotelkapazitäten profitiert – vor allem wenn diese mit weiteren Tagungsräumen kombiniert werden“, sagte sie. Dadurch würden mehr Veranstaltungen in der Kaiserstadt ermöglicht, verbunden mit zusätzlichen Gästen, Geschäftsleuten und Touristen.

Derzeit zählt ganz Aachen 53 reine Hotelbetriebe mit insgesamt 4407 Betten (ein Sechstel aller Motel-One-Kapazitäten) – nur um die Größenverhältnisse zu veranschaulichen. Dabei entwickelt sich die Beherbergungsstatistik nach den Rekorden im Karlsjahr 2014 gut. 236 000 Hotelgäste verzeichnen die Statistiker für das erste Halbjahr 2015. Das sind 2,8 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (bei 3,7 Prozent weniger Übernachtungen). Trotzdem deuten die Zahlen darauf hin, dass die Kaiserstadt auch dieses Jahr bis Ende Dezember bei der Gesamtzahl der Übernachtungen die Millionengrenze knackt. Die Motel One Group gibt ihre durchschnittliche Bettenauslastung mit knapp 73 Prozent an. Die Aachener Beherbergungsbetriebe rangierten von Januar bis Juli 2015 im Schnitt zwischen 35 und 50 Prozent.

Nach dem Melià-Neubau an der Sandkaulstraße und dem Motel One am Kapuzinergraben wartet die Stadt auf ein „Holiday Inn Express Hotel“, das die Bluestone Group an der Zollamtstraße zwischen Hauptbahnhof und Burtscheider Brücke mit 165 Zimmern aus dem Boden stampfen will, sowie das Drei-Sterne-Haus „Hampton“ mit 164 Zimmern, das der US-Hotelriese Hilton 2017 an der Ecke Krefelder Straße / Merowingerstraße hochziehen möchte.

Damit könnte die Zahl der Hotelbetten in drei Jahren um 1200 auf insgesamt 5600 steigen – ein Zuwachs um mehr als 25 Prozent. Wer mitmischen will, darf die Hoteltrends nicht verschlafen. Sonst könnte neben Gästen auch mal ein Hotelier seine Koffer packen....

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