Alter Tivoli: Bombe oder Rohrkrepierer?

Von: Albrecht Peltzer
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Wirbel um das neue Baugebiet: Das „Soerser Forum“ glaubt, dass die Stadt die Grundstückskäufer am alten Tivoli zu spät über mögliche Altlasten im Boden informiert hat. Die Stadt weist dies energisch zurück. Es habe aufklärende Gespräche mit jedem Käufer gegeben. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am neuen Tivoli ist man derzeit mit der Aufarbeitung von Altlasten beschäftigt. Die sind in allererster Linie finanzieller Natur. Wenige Meter weiter die Krefelder Straße hinauf geht es auch um Altlasten. Was auf den zweiten Blick auch mit Geld zu tun hat, zunächst aber eine Frage von Bauschutt, Schlacke, Giftstoffen etc. im Boden ist.

Das „Soerser Forum“ hat die Sache jetzt wieder ins Spiel gebracht, doch die dritte Halbzeit, die die Anwohnerinitiative angepfiffen hat, ist eigentlich Schnee von gestern. Sagt die Stadt. Und so steht das Spiel unentschieden.

Im „Newsletter Mai 2013“ berichtet das Forum den „sehr geehrten Interessenten am Soerser Leben“ und den lieben „Soers-Sympathisanten“, dass alle Grundstücksinhaber und Interessenten an Grundstücken auf dem Neubaugebiet an der Ecke Krefelder Straße/Merowingerstraße Post von der Stadt erhalten hätten. So werde den potenziellen Neu-Soersern „mitgeteilt, dass ihre Grundstücke eventuell eine Bodenbelastung an Schwermetallen wie Zink oder Blei aufweisen“, so Professor Dr. Hans-Karl Rouette, Sprecher des Soerser Forums. Man könne sich vorstellen, dass diese Information eingeschlagen sei „wie eine Bombe“. Vor allem, weil den künftigen Bewohnern mitgeteilt werde, dass sie für Analyse des Bodens sowie eine gegebenenfalls notwendige Entsorgung der Altlasten selbst aufkommen müssten.

Die Bombe ist laut Stadtpressesprecher Hans Poth aber eher ein Rohrkrepierer. Das Baugebiet alter Tivoli sei in sechs verschiedene Bodenfelder aufgegliedert worden. Jeder potenzielle Erwerber sei im Vorfeld in einem persönlichen Gespräch mit dem Liegenschaftsamt über mögliche entstehende Gründungs- und Entsorgungsmehrkosten informiert worden. Das gelte auch für die unter Umständen notwendige Abdeckung des Baugrundes mit Mutterboden. Jeder potenzielle Käufer habe im Vorfeld einen entsprechenden Kurzbericht über die Situation des Bereichs erhalten, auf dem er sein Haus bauen möchte. Den Eindruck zu erwecken, als habe die Stadt die Käufer erst nach dem Abschluss der Verträge darüber informiert, dass es eine Altlastenproblematik gebe, bezeichnete Hans Poth als „völligen Quatsch“. Jeder habe von Beginn an genau über die Situation auf dem Alten Tivoli bescheid gewusst.

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