Alter Pavillon beschert ein neues Problem

Von: Thorsten Karbach
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Hinter Gittern: Weil die sogen
Hinter Gittern: Weil die sogenannten Balustradensteine locker sind, muss der Pavillons am Basteiende der Monheimsallee gesichert werden. Mit dem Denkmalschutz wird nach einer Lösung gesucht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Lockere Steine sorgen am Ende der Monheimsallee für ein handfestes Problem. Am schmucken Pavillon, ein Baudenkmal aus dem Jahr 1925, sind die sogenannten Balustradensteine locker, könnten herunterstürzen.

Deswegen ist der Pavillon, an dem sich einst Soldaten mit ihren Freundinnen trafen, um in der Bastei tanzen zu gehen, quasi einkaserniert worden - seit November wird er von Bauzäunen eingefasst, weil die Suche nach einer adäquaten und doch finanzierbaren Sanierungslösung mit der Denkmalpflege bislang ohne Ergebnis läuft.

Stellvertretend im Stadtbild

Die Soldaten sind nur ein Kapitel der bewegten Geschichte des Häuschens, dass 1925 als Trafohäuschen der Stadtwerke in Betrieb genommen wurde. Später fuhr hier an der Bastei die Tram vor und die Fahrgäste stiegen aus um „Klömpchere” zu kaufen. Das Häuschen wurde unter Denkmalschutz (laufende Nummer 3241) gestellt, weil es stellvertretend für viele verlorene oder vergessene Pavillons beziehungsweise Kioske - in Köln würden die Büdchen genannt, im Stadtbild steht.

Nur noch eine Handvoll - meist modernere - ist noch in Betrieb, etwa am Kaiserplatz, auf dem Markt oder am Grenzübergang Vaals. Andere - etwa an der Ecke Eupener Straße/Salierallee am Karlsgraben oder an der Ecke Stolberger Straße/Sedanstraße - dienen als Imbiss.

Der Pavillon Monheimsallee wurde nie abgerissen, weil es als Abschluss der Mittelinsel der Monheimsallee einfach zum Gesamtensemble am Kurpark zählt. Und es wurde 1988 stattdessen aufwendig saniert, weil die Holzkonstruktion des Daches verfault war. „Ein Stück altes Aachen wird restauriert” titelte die Aachener Zeitung am 30. August 1988.

Ein Lagerraum

Seit 1989 dient der Pavillon Pfadfindern als Lagerraum. Im letzten Jahr wurde dann aber mit der Stadt festgestellt, dass erneut saniert werden müsse. „Es wurde festgestellt, dass sich Teile der Fassade gelöst haben”, berichtet Axel Costard vom städtischen Presseamt. Abdichtungsarbeiten am Dach und Putzarbeiten an der Fassade wurden für rund 1700 Euro geleistet.

Nur die Balustradensteine blieben und bleiben eine unbeantwortete Frage. Das Problem bleibt. Bei dem Gebäude, dass als Lagerraum dient, gilt es, eine wirtschaftlich vertretbare Lösung, die eben den Vorgaben des Denkmalschutzes entspricht, zu finden. „Solange muss die Absperrung vor Ort bleiben. Die Bauzaunelemente gehören der Stadt und verursachen daher keine weiteren Kosten”, sagt Stadtsprecher Costard. „Wir suchen nach einer geeigneten Lösung.”

Locker lassen, werde man nicht.
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