Alte Schulpforten weit offen für neue Nachbarn

Von: Matthias Hinrichs
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Betten und Schränke sind schon da: Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler, Sozialamtsleiter Heinrich Emonts und Ferial Al-Moufti, Rektorin der benachbarten Grundschule (v.l.), freuen sich gemeinsam auf die ersten Flüchtlinge, die jetzt im umgebauten Schultrakt an der Kaiserstraße einziehen können. Foto: Michael Jaspers
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Küche und Speisesaal statt Werkstatt: Im Souterrain ist Platz zum selber Kochen. Gleich nebenan gibt es eine Waschküche. Foto: Michael Jaspers

Eilendorf. Wenn Elke Eschweiler in den vergangenen Tagen zu später Stunde in der Kaiserstraße unterwegs war, fiel ihr nicht selten auf, dass in der – noch – weitgehend verwaisten ehemaligen Hauptschule selbst nach Mitternacht „Festbeleuchtung“ angesagt war.

Sie hat das mit Freude zur Kenntnis genommen – wohl wissend, dass im alten Labortrakt der Einrichtung, die im vergangenen Sommer ihre Pforten geschlossen hat, nicht etwa gefeiert, sondern mit Hochdruck gearbeitet wurde.

Jetzt durfte sich die Eilendorfer Bezirksbürgermeisterin davon überzeugen, dass die städtischen Bauexperten in den vergangenen vier Monaten ihre sprichwörtlichen Hausaufgaben so gut wie erledigt haben. Bereits im Laufe der kommenden Woche sollen bis zu 40 Flüchtlinge in der Kaiserstraße untergebracht werden.

„Wir freuen uns sehr auf unsere künftigen Nachbarn“, sagte Elke Eschweiler am Freitagmorgen beim Ortstermin mit Vertretern von Sozialamt und Gebäudemanagement. „Wir werden sie gemeinsam mit dem Eilendorfer Bündnis für Integration mit allen Kräften unterstützen“, betonte die Bürgermeisterin.

Dass Neuankömmlinge denkbar gute Wohnbedingungen vorfinden, unterstrich auch Sozialamtsleiter Heinrich Emonts, der sich dem Lob der Politikerin angesichts der „großartigen Leistung“ des Teams um Architekt Olaf Ptak nur zu gern anschloss. Immerhin hat die Stadt 275.000 Euro in das Projekt investiert.

Auf drei Etagen haben die Handwerker etliche Wasseranschlüsse in den ausgemusterten Unterrichtsräumen gekappt, neue Leitungen zur Installation von Duschen (acht an der Zahl) und Toiletten gelegt, Wände eingezogen, Fluchtwege geschaffen.

So sind auf zwei Etagen im Ganzen 13 kleinere Räume entstanden, die bereits mit jeweils bis zu fünf Betten und Metallschränken ausgestattet sind. Die ehemalige Werkstatt im Souterrain ist in einen Speise- und Aufenthaltsbereich inklusive Küche mit vier Herdstellen und drei Spülbecken umgewandelt worden.

Auch ein Wickelraum und eine Waschküche stehen dort zur Verfügung. Unterm Dach bleibt Platz für ein Büro, das in Kürze von einem Hausmeister und einer sozialpädagogischen Betreuungskraft genutzt werden kann.

Konflikte mit der unmittelbar benachbarten Montessori-Grundschule, die ebenfalls Teile der ehemaligen Hauptschule nutzt, fürchten die Verantwortlichen dabei keineswegs. Zumal vor allem junge Familien an der Kaiserstraße eine neue Bleibe finden sollen und ein neuer, separater Eingang zum Wohnbereich geschaffen worden ist.

„Auch im Kollegium ist die Stimmung ausgesprochen positiv“, berichtete Rektorin Ferial Al-Moufti. Sobald die letzten Arbeiten, unter anderem zur Verlegung eines neuen Fußbodens, abgeschlossen seien, werde man die Räume ein wenig dekorieren, um der Willkommenskultur im Stadtteil Nachdruck zu verleihen.

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