Aachen - Alte Kaplei von St. Elisabeth: Ein Rundum-Paket für Hilfesuchende

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Alte Kaplei von St. Elisabeth: Ein Rundum-Paket für Hilfesuchende

Von: Marie Eckert
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Besuch einer wichtigen Einrichtung: Alois Heinrichs (3.von links), Leiter der Alten Kaplanei, begrüßte mit Besuchern und anderen Verantwortungsträgern Weihbischof em. Karl Reger (2, von rechts). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zeit und ein offenes Ohr sind die größten Pluspunkte der Erwerbslosenberatungsstelle „Alte Kaplanei“ an St. Elisabeth. Hinzu kommen Fachwissen, Vertraulichkeit und – ganz wichtig – Niederschwelligkeit. Denn: In der Beratungsstelle steht die Tür offen für jeden. Jeder kann sich dort beraten lassen, Hilfe bei Formularen ersuchen oder Kontakte beim gemeinsamen Frühstück knüpfen.

Alois Heinrichs ist Leiter der Beratungsstelle, die es seit 1985 gibt. Damals hieß sie noch „Arbeitslosenzentrum“ und war eher eine Begegnungsstätte, seit 2010 steht die Beratung im Vordergrund. Neben allgemeinen Fragen können Behördengänge vorbereitet und gesetzliche Zuständigkeiten geklärt werden. Bei der psychosozialen Beratung geht es dann mehr um die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf den Betroffenen. Außerdem bietet die Beratungsstelle Unterstützung bei Bewerbungen und bei der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche.

Ein Rundum-Paket also, das von immer mehr Menschen angenommen wird. Knapp 1150 Beratungsgespräche verzeichnete Heinrichs im vergangenen Jahr – deutlich mehr als in den Jahren zuvor. „Auch wenn die Arbeitslosenquote sinkt, ist die Langzeitarbeitslosigkeit ein großes Problem“, sagte Heinrichs aus Erfahrung. Und obwohl der Fokus auf der Beratung liegt: „Der Begegnungscharakter bleibt.“ Zum Beispiel im Frühstücksraum oder bei Koch- und Sportangeboten.

Genau diese Kombination kann für Menschen in der Erwerbslosigkeit entscheidend sein. Franz Essing etwa ist es sehr schwer gefallen, plötzlich arbeitslos zu sein. Der ehemalige Fachlagerist hat durch die Gespräche und das gemeinsame Frühstück Halt gefunden in einer Zeit, die durch Unsicherheit geprägt war. „Ich wollte alles richtig machen, zum Beispiel beim Hartz-IV-Antrag, und habe mir Hilfe gesucht“, erzählte er. Inzwischen ist Essing selbst ehrenamtlich bei der Beratungsstelle tätig – allerdings nur nachmittags, denn im Augenblick macht er am Vormittag eine Fortbildung. „Ich habe nie aufgegeben und bewerbe mich weiter“, betonte er.

Die Erwerbslosenberatungsstelle steht in Trägerschaft des Sozialwerks Aachener Christen und wird finanziell vom Land, dem Europäischen Sozialfonds und auch von der Solidaritätskollekte für Arbeitslose am 7. und 8. Mai 2016 unterstützt. „Die Menschen in Arbeitslosigkeit betreffen uns alle, die wir Christen sind“, hob der emeritierte Weihbischof Karl Reger hervor. Er besuchte die Beratungsstelle, um sich vor Ort ein Bild der Arbeit zu machen. Ein „herzliches Dankeschön“ richtete Reger dabei an alle Beteiligten – auch an alle, die in der Beratungsstelle Hilfe suchen. „Sie verbessern damit selbst ihre eigene Situation.“

Gerade im Hinblick auf die noch frische Entwidmung der Kirche St. Elisabeth freute sich Heinrichs über den Besuch Regers. „Ein Teil fällt zwar weg, aber es geht auch weiter“, betonte er. Auch die Beratungsstelle wird im Laufe dieses Jahres noch aus den Räumen ausziehen müssen, aber für sie geht es weiter. Am liebsten weiter in Aachen-Nord, so Heinrichs.

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