Alte Kaffeestuben schließen - vorerst

Von: Sarah Sillius
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Das Café van den Daele macht dicht. Ein neuer Pächter ist schon in Sicht. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zwischen barocken Schränkchen und Vitrinen, dem Duft von Kaffee, einem Printen-Geheimrezept und hausgemachten Fladen entfaltet sich eine urige Atmosphäre. Es ist ein Teil der Aachener Innenstadt, ein Teil Kaffeehaus-Geschichte: das Café van den Daele am Büchel, im Herzen der Innenstadt.

Am Freitag öffnen die Alt Aachener Kaffee- und Weinstuben zum letzten Mal - zumindest unter ihrem jetzigen Pächter Hans-Peter Meier und seinem Team. 17 Jahre lang hat Meier das Café betrieben. „Es ist ein besonderes, traditionsreiches Haus mit sehr interessanten Gästen, das in den letzten Jahren noch berühmter geworden und in vielen Reiseführern genannt ist”, sagt er.

Dennoch hat er beschlossen, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Treue Liebhaber des Traditionshauses können aber zumindest ein wenig aufatmen. Denn mit dem Jahr 2010 geht nicht auch gleichzeitig die Geschichte des Kaffeestübchens zuende. „Ich bin guter Hoffnung, dass es am 1. April oder 1. Mai wiedereröffnet wird”, erklärte Prof. Dr. Karl-Heinz Schiffers auf AZ-Anfrage. Schiffers vertritt die Erben der Familie van den Daele, denen die Immobilie gehört. „Ich habe meiner Tante versprochen, dass das Café in ihrem Sinne weitergeführt wird. Das liegt mir sehr am Herzen.”

Der Neffe von Thea und Leo van den Daele ist froh, dass mehrere potenzielle Pächter Interesse angemeldet haben. Wer das Rennen machen wird, ist noch nicht bekannt. Aber die Verhandlungen laufen, und zwar laut Schiffers „hautnah”. Sicher ist, in dem historischen Gebäude aus dem Jahr 1655 wird wieder eine Konditorei beheimatet sein.

Das gemütliche Flair soll bleiben. Das Flair, das einst von Leo van den Daele begründet wurde, als er 1890 die Konditorei eröffnete und wegen seiner speziellen Rezepte schon bald als „Printenbaron” bekannt wurde. Fraglich ist, ob ein neuer Pächter auch die beliebten Printen backen wird. Nach Meier sei eine beachtliche Investition notwendig, um die Backstube auf Vordermann zu bringen.

„Aixcellent” geschlossen

Gleich um die Ecke gehört eine jüngere Geschäftsidee schon der Vergangenheit an. „Aixcellent - made in Aachen” hat „bis auf Weiteres geschlossen”. Das besagen ein Schild am Schaufenster des Souvenirladens und ein Geschäftspartner, der einen Teil der Räumlichkeiten nutzte. Geschäftsführerin Tonja Bruckhaus wollte auf AZ-Anfrage noch keine nähere Auskunft geben.
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