Als Johannes Rau im Kleingartenverein war

Von: Valerie Barsig
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Alt und Jung auf Entdeckungstour durch den Aachener Osten: Beim generationsübergreifenden Projekt der AWO werden auch viele Geschichten an die nächste Generation weitergegeben. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Aachener kennt den Osten seiner Stadt mit dem Kennedypark, dem Gartenverein Lützowstraße, dem „Panneschopp“ oder der Pfarrkirche St. Fronleichnam. Auch die Geschichte der Orte wird nicht allen unbekannt sein. Was aber ist mit den kleinen, persönlichen Aachener Geschichten, die sich hier abgespielt haben?

Ein Besuch von Johannes Rau im Gartenverein zum Beispiel, die Geschichte vom „Bienenhaus“, das einmal Teil der „Gelben Kaserne“ auf dem Gebiet des Kennedyparks war oder die Geschichte der frechen Jungs, die die Kirchentüren von St. Fronleichnam immer dann als Fußballtor benutzten, wenn der Chor probte?

Viele kleine und große Ameröllchen aus dem Aachener Osten sind nun gesammelt in der Broschüre „Bewegte Geschichte(n)…Schritt für Schritt zu mehr Gesundheit“, die bald in der Stadt ausliegen.

Dahinter steckt ein Pilotprojekt des Gesundheitsamtes der Städteregion. „Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Ein Viertel der Deutschen ist bereits älter als 60 Jahre. Bewegungsförderung für ein gesundes Altwerden hat da einen hohen Stellenwert“, erklärt Heidrun Wergen vom Gesundheitsamt.

Viele alte Menschen seien krank, die Verwandtschaft nicht in der Nähe oder einfach einsam, weil der Partner verstorben ist. „Besonders sie müssen zu Bewegung motiviert werden.“

Gemeinsam mit der AWO und Schülern aus dem Aachener Osten wurde deshalb die Broschüre entwickelt. Sie ist ein kleiner Reiseführer, der zum Spazierengehen einlädt: Zwei Kilometer geht es im Rundgang durch den Aachener Osten mit seinen Sehenswürdigkeiten. Neben den „bewährten“ historischen Fakten gibt es Geschichten von Senioren dazu – gesammelt und aufgeschrieben von den Aachener Schülern.

„Ziel ist, in Aachen und in weiteren Kommunen der Städteregion gemeinsam mit Senioren und Schülern neue Broschüren zu erstellen“, erklärt Heidrun Wergen. „Das Schöne ist, dass neben den Rundgängen ein reger Austausch zwischen Jung und Alt entsteht.“

Im Aachener Osten wird bereits einmal wöchentlich ein geführter Spaziergang angeboten, mit der Karte in der Broschüre kann sich aber auch jeder eigenständig auf den Weg machen.

Aktuell stellt Heidrun Wergen das Projekt dem Fachseminar für Altenpflege der Städteregion aus Würselen vor. „Neben interessierten Schülern suchen wir aber auch noch nach anderen Kooperationspartnern, wie Ärzten, Sportvereinen oder Seniorenwohnheimen.“ Bewegung und die Beteiligung am aktiven, sozialen Leben, das halte alte Menschen fit und jung, weiß Wergen.

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