Aachen - Als den Öchern plötzlich das Wasser bis zum Halse stand

Als den Öchern plötzlich das Wasser bis zum Halse stand

Von: Rolf Hohl
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Stellten den neuen Aachen-Roman im Eilendorfer Buchladen vor: Autor Günter Krieger, Buchhändler Marcel Emonds-pool und Verleger Guido Bertemes. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Viele Aachener haben schon einmal vom Aachener Stadtbrand im Jahr 1656 gehört oder gelesen. Vielleicht sogar aus dem Buch „Flammen über Aachen“ des Autors Günter Krieger. Er hat sich auf die Verarbeitung historischer Ereignisse in belletristischen Werken konzentriert und ist in der Geschichte der Kaiserstadt erneut fündig geworden. Denn nicht nur vom Feuer wurden die Bürger im Laufe der Zeit geprüft, auch das Wasser suchte sie mit dramatischen Folgen heim.

Die Sintflut von Aachen bildet nun den Hintergrund des neuen Romans von Krieger, der im Buchladen von Marcel Emonds-pool in Eilendorf vorgestellt wurde.

„Die Tage der Sintflut“ heißt das druckfrische Werk aus dem Grenz-Echo-Verlag und dreht sich um die Belagerung von Aachen durch Graf Wilhelm von Holland anno 1248. „Das war ein spektakuläres Ereignis in der Geschichte der Stadt, aber trotzdem ist es kaum jemandem präsent“, so der Autor, der mit seiner Familie in Langerwehe lebt.

Nun gab es zu jener Zeit nicht eben wenige Belagerungen, und zu Beginn schien auch diese nichts Besonderes zu sein. Der holländische Graf wurde damals von papsttreuen Reichsfürsten zum König gewählt und wollte sich in Abwesenheit des unter Kirchenbann stehenden Kaisers Friedrich traditionsgemäß in Aachen krönen lassen.

Die kaisertreuen Bewohner der Stadt konnte er für dieses Vorhaben aber nicht begeistern, und so stand er unverhofft vor verschlossenen Toren. Wilhelm ließ einen Belagerungsring errichten und versuchte so, die Aachener zur Aufgabe zu zwingen – jedoch ohne Erfolg. Das änderte sich erst, als friesische Truppen zu Hilfe kamen.

„Die Friesen sind erfahrene Deichbauer und sie haben sofort erkannt, dass Aachen in einem Tal liegt und welche Möglichkeiten das eröffnet“, erzählte Krieger. Es war eine Erkenntnis, die den Bewohnern der Stadt zum Verhängnis werden sollte. Dämme wurden rund um die Stadt errichtet und das Wasser staute sich in der Talsenke unaufhaltsam immer höher.

Es sei nicht verwunderlich, dass über dieses Ereignis kaum etwas bekannt ist, wie Krieger sagte. „Es gab dazu lange widersprüchliche Quellen, aber in den 1950er-Jahren hatte man bei Bauarbeiten in der Adalbertstraße Erdschichten gefunden, die auf Dammbauten schließen lassen.“ Ob diese schließlich den gewünschten Erfolg brachten und wie die Liebesgeschichte zwischen einem Ritter aus Jülich und einer Aachenerin ausgeht, will er aber nicht verraten.

„Die Tage der Sintflut“ ist schon das 13. Buch von Krieger, das beim Grenz-Echo-Verlag erscheint. „Er nimmt in seinen Werken den Leser immer wieder mit auf einen Ausflug in die Vergangenheit“, sagte Guido Bertemes, Geschäftsführer des Verlags aus Eupen.

Bei ihm kämen die Neigung zur Geschichte und das Talent zu Schreiben auf glückliche Weise zusammen. Seinem Konzept, fiktive Erzählungen in wahre historische Begebenheiten zu verweben, ist er über die Jahre hinweg treu geblieben und hat damit in der Region eine treue Leserschaft für sich gewonnen. Das Buch ist ab sofort für 15 Euro im Handel erhältlich.

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