Aachen - Alles nur Theater! Dunkle Machenschaften der Mafia

Alles nur Theater! Dunkle Machenschaften der Mafia

Von: svp
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Mafia Hochzeit
„Hochzeit im Mafia-Clan": Theaterleute und Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck (2.v.l.) mimten zur Freude der Besucher einen schaurigen italienischen Clan.

Aachen. Sie verzogen keine Miene. Dafür waren sie einfach viel zu cool. Hinter ihren schwarzen Sonnenbrillen und mit einer absolut lässigen Körpersprache signalisierten die Akteure des Theaters Aachen, dass jeder Otto-Normal-Verbraucher von ihnen noch etwas lernen konnte. Zum Beispiel Insidertricks der Mafia. Denn beim traditionellen Theaterfest, das diesmal unter dem Motto „Mafia“ stand, verwandelte sich das große Haus in einen italienischen Hinterhof, wo dunkle Machenschaften und illegale Pokerspiele den Alltag bestimmten.

Jonas reihte sich mit seinem Verbrecherporträt ein in die Galerie der gefährlichsten (Klein)-Kriminellen des Hauses. Ein Kopfgeld von 37.000 Euro ist auf den Siebenjährigen angesetzt. „Aber mich erkennt man mit der Sonnenbrille und dem Hut eh nicht“, sagte er lachend und steckte das Foto als Andenken in seinen Rucksack. Im Spiegelfoyer präsentierten indes die Blechbläser des Sinfonieorchesters italienische Bandmusik. Musikalisch wurde es auch auf der Bühne, wo Chorleiterin Elena Pierini zum Singen einlud. Gemeinsam wurde ein italienisches Chorstück einstudiert. „Wir haben ein buntes Programm zusammengestellt und öffnen unser Haus für jedermann. Sowohl die kleinen, als auch die großen Theaterbesucher werden angesprochen“, erzählte Ursula Schelhaas vom Theater Aachen. Pawel Lawreszuk zeigte im Rahmen einer Führung Interessierten seinen Arbeitsplatz. Der Bass-Sänger ist schon die 13. Spielzeit in Folge am Theater tätig und hat eine Menge Anekdoten auf Lager. Eine davon erzählte er in der Maske. „Aktuell trage ich auf der Bühne eine Glatze. Diese anzubringen, dauert eine Stunde. Man schwitzt darunter extrem und mit der Kostümprobe und allem bin ich locker drei bis vier Stunden beschäftigt. Erst dann geht die eigentliche Vorstellung los“, sagte Lawreszuk.

Ganz zum Mafia Motto passte auch die Tatsache, dass die Schauspieler und Sänger nie den normalen Eingang nehmen, sondern immer den Hintereingang. Ein kleines Treppenhaus führt zur Garderobe und zur Maske. Glamourös ist es zwar abseits der Scheinwerfer nicht, für den Laien aber spannend. Denn wann sonst hat man die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen?

Apropos Kulisse: Auf einmal wurde es auf dem Theatervorplatz trubelig. In einem alten Citroen und begleitet von italienischem Gesang, inszenierten Theaterangestellte eine Hochzeit in bester Mafia-Manier. Intendant Michael Schmitz-Aufterbeck gab den Brautvater, und Schauspieler des Hauses mischten sich als Mafiafamilie verkleidet unter die Besucher. Wie es sich für eine Hochzeit gehörte, wurde nach dem imposanten Empfang gemeinsam gegessen.

Abgerundet wurde das bunte Programm mit der Theaterfest-Gala „Wein, Pferd und Gesang – ein mafiöser Gala-Krimi“ auf der Bühne, bevor anschließend die Aftershowparty im Spiegelfoyer zu ausgelassenem Tanz einlud. Die Mission, die italienische Mafia für einen Tag im Theater lebendig werden zu lassen, war geglückt.

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