Aachen - Alles andere als Einzelschicksale

Alles andere als Einzelschicksale

Von: Jan Weck
Letzte Aktualisierung:
Gefährliches Spiel mit vermei
Gefährliches Spiel mit vermeintlichen „Seelenhelfern”: Der Schülerzirkus Configurani zeigte sein Können zum Auftakt der Akltionstage Sucht bei der Agit am Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Es gab eine Zeit, da verstand die Gesellschaft wenig von Drogen und den Lebensumständen von Abhängigen. Noch in den 60er und 70er Jahren sei die Auffassung verbreitet gewesen, dass die Sucht von jetzt auf gleich auftrete und immer nur isoliert eine Person betreffe, sagte Hans-Jürgen Hallmann bei der Auftaktveranstaltung der Aktionstage „Drogen haben immer eine Geschichte”.

Erst in den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine Sucht sich meistens über eine gewisse Zeit anbahne und dass Lebensumstände dabei eine entscheidende Rolle spielten.

Entsprechend dem Titel stehen im Fokus der Aktionstage die Geschichten, die das Leben von Menschen geprägt und sie letztlich in die Abhängigkeit begleitet haben. Gemeinsam mit der Suchthilfe Aachen hat das Landesministerium für Gesundheit die Aktionstage organisiert, die es in NRW seit 20 Jahren gibt. Ziel ist es, Suchtkrankheiten zu einem öffentlichen Thema zu machen, Wissen in die Gesellschaft zu tragen und Präventionsarbeit zu leisten.

Denn so individuell die Lebensgeschichten Suchtkranker auch seien, enthielten sie häufig deutliche Parallelen, sagt Hallmann, der die Stiftung für Prävention „Ginko” betreibt. Es seien zerbrochene Hoffnungen, Schicksalsschläge wie der Verlust geliebter Menschen, Einsamkeit oder ungelöste und angstbesetzte Probleme, die Drogenmissbrauch wahrscheinlich machen.

In der Präventionsarbeit gehe es deshalb darum, Menschen für die Anzeichen einer sich anbahnenden Sucht zu sensibilisieren. Im Idealfall sei das soziale Umfeld für Gefährdete dabei eine wichtige Stütze, es könne eine Sucht aber auch vorantreiben. Im Zusammenhang mit dem Drogenmissbrauch unter Jugendlichen sei das Zusammenleben in der Familie entscheidend. Es seien einfache Dinge wie eine funktionierende Kommunikation, gemeinsam verbrachte Zeit, gegenseitige Anerkennung und gelungene Bewältigung von Konflikten, die Suchtkrankheiten entgegenwirkten.

38 Kooperationspartner aus dem sozialen Bereich werden bis zum 6. Dezember an den Aktionstagen teilnehmen. Das Programm sei sehr gemischt und spreche eine breite Gruppe an, sagte Yvonne Michel von der Suchthilfe Aachen. Es gibt Lesungen, Vorträge, Informationsveranstaltungen, Gottesdienste und Gesprächsrunden. Letztlich gehe dieses Thema jeden etwas an.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert