Alle akzeptieren Einigkeit als das Gebot der Stunde

Von: Hans-Peter Leisten
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Kandidaten fürs Präsidium: von links Thomas Deutz, Tim Hammer, Heinz Maubach, Horst Reimig und Oliver Laven. Foto: Andreas Steindl
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Kandidaten der Fan-IG: von links Mike Schleiden und Dirk Habets (Aufsichtsrat) sowie Maximilian Baur und Thomas Wenge (Verwaltungsrat). Foto: Andreas Steindl

Aachen. In einem Punkt waren sich alle einig: dass nur Einigkeit aus der Krise führen kann. Und wenn man den Donnerstagabend zum Maßstab nimmt, stehen die Chancen dafür ausgesprochen gut. Die IG der Alemannia Fans und Fan-Clubs hatte eingeladen, Treffpunkt war das Pressezentrum des Alemannia-Stadions.

Vorgestellt wurden in praktizierter Harmonie die Kandidaten für Präsidium, Verwaltungsrat und Aufsichtsrat. Der Blick geht Richtung 13. März, wenn die Mitglieder das entscheidende Votum abgeben.

Nach der möglichen Präsidiumsmannschaft stellten sich die Kandidaten für den Verwaltungsrat und anschließend den Aufsichtsrat vor. Durchaus mit persönlicher Attitüde, denn allen ging es gremienübergreifend um eine Kernaussage: Nur in Abstimmung, Kooperation und uneitlem Einsatz kann Alemannia Aachen noch einmal auf Kurs gebracht werden. Oder, wie Tim Hammer, der sich in Präsidium und Aufsichtsrat einbringen will, es formulierte: „Unsere Costa Concordia soll nicht nur wieder aufgerichtet werden, sondern 2018 wieder auf hoher See unterwegs sein.“

Um drastische Vergleiche war an diesem Abend, der vom Sprecher der Fan-IG, André Bräkling, entspannt und sachlich moderiert wurde, niemand verlegen. Bis 2018, dann endet die kommende Präsidentschaft, will das Präsidiumsteam „ein Mal nach oben gelangt sein“, wie Thomas Deutz es formulierte. Er ist der potenzielle „Sportbeauftragte“, schlüpfte bei der Veranstaltung phasenweise in die Rolle eines Sportdirektors und skizzierte recht weitgehend die sportlichen Perspektiven.

Das Ziel für 2015: eine entspannte Saison, in der man nicht einmal mit dem Abstieg zu tun hat. Das neue Gremium versteht sich – so es gewählt wird – als Netzwerkergruppe, will sich aber so schnell wie möglich aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Und damit auch aus dem aktuellen Dilemma heraus: „Wir sind nicht gewählt, müssen aber Entscheidungen treffen, weil uns sonst die Zeit davon läuft“, wie Hammer es skizzierte.

Das mögliche Präsidium nannte Eckpunkte: bei Sponsoren Vertrauen schaffen, strikte Trennung der Finanzen von GmbH und Verein, stärkeres Einbinden der Vereinsabteilungen, größtmögliche Transparenz bei Entscheidungen und Bilanzen, striktes Einhalten des Budgets, Vorrang für Investitionen in die Mannschaft, schnelles Verlassen der „roten Zone im Sport“. Deutz sprach Klartext: „Ein Abstieg wäre der wirtschaftliche Tod!“

Schwer vorstellbar ist für das Quintett aber, nicht komplett anzutreten. Man müsse sich kennen, um in einer derartigen Situation erfolgreich zusammenarbeiten zu können. Hintergrund einer entsprechenden Frage ist die Kollision des Schatzmeisterkandidaten Horst Reimig vor längerer Zeit mit Mitgliedern, die in ihm seither ein Feindbild sehen. Der gibt zu: „Das war nicht in Ordnung, aber auch einer emotionalen Situation geschuldet.“ Hammer & Co. wurden jedenfalls nicht müde, Reimigs Kompetenz und seine Verdienste zu betonen.

Voll des Lobes war der Aachener Unternehmer auch nach der Vorstellung der Kandidaten für den Aufsichtsrat. Hier werden neben den drei Mitgliedern aus dem Präsidium zwei weitere aus Mitglieder- und Gremienkreisen gesucht. Da es aber vier Interessenten gibt, müssen die Mitglieder am 13. März entscheiden. In der Tat gaben die drei anwesenden – Mike Schleiden, Dirk Habets, Dr. Christian Steinborn (Olaf Heinrich war verhindert) – eine mehr als überzeugende Visitenkarte ab.

Sie wollen „den stolzen Verein wieder nach vorne tragen“, den Blick auch auf die „vielen kleinen Fan-Bedürfnisse“ richten, ihre „unternehmerischen und marketingtechnischen Kompetenzen“ einbringen und ihre „Unabhängigkeit nutzen“. Jetzt wird geprüft, ob man sogar alle Kandidaten einbinden kann.

„Der Erfolg kommt über die Treppe und nicht mit dem Aufzug“, mahnten die Präsidiumskandidaten. Deshalb dürfe sich auch niemand wundern, wenn vorübergehend wieder Eintrittskarten von Hand eingerissen würden. Geduld scheint die mittelfristige Devise zu sein – aber auch darin waren sich alle einig.

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