Aachen - „Alkohol in der Schwangerschaft“: Wenn ein Gläschen Sekt zu viel sein kann

„Alkohol in der Schwangerschaft“: Wenn ein Gläschen Sekt zu viel sein kann

Von: Jessica Jumpertz
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Aachen. Ein Glas kann schon zu viel sein, denn einen unbedenklichen Schwellenwert gibt es nicht – mit einer Präventionswoche zum Thema „Alkohol in der Schwangerschaft“ haben das Netzwerk „Im Blick – Frühe Hilfen/Kinderschutz“ und der Verein FASD Deutschland über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft aufgeklärt.

Mit einem interaktiven Angebot sensibiliserten die Organisatoren Schülerinnen und Schüler für das sogenannte Fetale Alkoholsyndrom (FASD). Zusätzlich gab es drei Vorträge für Fachpublikum angeboten.

Das Netzwerk „Im Blick“ setzt sich aus den Jugendämtern und dem Gesundheitsamt der Städteregion sowie der Polizei Aachen zusammen. Im Vorfeld der Präventionswoche wurden Schulen in der Städteregion angeschrieben, die Resonanz auf das Angebot war groß. 29 Klassen nahmen fünf Tage lang im Kulturdepot Talstraße teil. „Wir richten uns an die Schülerinnen und Schüler, damit sie das Thema im Vorfeld, bevor es zu einer Schwangerschaft kommt, verinnerlicht haben, und nicht erst, wenn die Schwangerschaft da ist“, sagte Dr. Josef Michels vom Gesundheitsamt.

Die Aktionswoche sollte unter anderem verdeutlichen, dass in der Schwangerschaft komplett auf Alkohol verzichtet werden sollte – aus guten Gründen. „Unsere alltägliche Erfahrung ist, dass viel zu wenig über die hirnorganische Schädigung durch Alkohol beim ungeborenen Kind bekannt ist, insbesondere, dass es keinen Schwellenwert gibt, der unbedenklich ist“, erklärte Dr. Wendelina Wendenburg, Vorstandsmitglied von FASD Deutschland. Der Verein ist ein Zusammenschluss von Adoptiv- und Pflegeeltern sowie Fachleuten.

Kinder, die mit dem fetalen Alkoholsyndrom geboren werden, sind meistens lebenslang auf Hilfe angewiesen, da sie zum Beispiel unter fehlender Impulskontrolle leiden oder ihre Handlungen nicht planen und umsetzen können. So wird in einem Zelt zum Beispiel die Entwicklung eines Embryos gezeigt, unterstützt von Ultraschallbildern mit Erklärungen zur Entwicklung auf einem Monitor. Daneben hängen gefüllte Säckchen, die das Gewicht des Kindes zeigen. Per Monitor berichten Betroffene von ihren Erfahrungen mit FASD. Zudem wird ein sogenannter „Rauschbrillenparcours“ angeboten. Die Teilnahme an dem Angebot wurde im Unterricht vorbereitet.

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