Alexianer: Mehr als Kleidung, Brotausgabe und Suppenküche

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Sitz der Alexianer in Aachen: der beeindruckende Bau am Alexianergraben. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Mehr als 32.000 Mahlzeiten haben die Aachener Alexianer im Jahr 2016 kostenlos an Bedürftige ausgegeben. Diese und weitere Zahlen und Informationen gaben die Alexianer jetzt bekannt. Sie ziehen für das Jahr 2016 erstmals eine Jahresbilanz ihrer Sozialprojekte.

„Aachen ist der älteste Standort der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder in Deutschland. Schon seit dem Mittelalter finden Kranke und Menschen in Not hier Hilfe und Anteilnahme“, stellt Bruder Nikolaus Hahn CFA, Konventoberer der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder in Aachen, dazu fest.

„Die Alexianer Aachen GmbH hat sich auf dem Boden des karitativen Wirkens der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder und der von ihr geleisteten Krankenversorgung entwickelt und steht auch heute noch in der besonderen Tradition der Barmherzigkeit“, verdeutlicht Birgit Boy, Regionalgeschäftsführerin der Alexianer Aachen GmbH, was das für den Krankenhausträger und Träger vielfältiger Wohn- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit Behinderung in der gesamten Städteregion Aachen bedeutet.

„Neben dem Alexianer Krankenhaus für Menschen mit psychischen Erkrankungen und dem Wohn- und Beschäftigungsverbund für Menschen mit psychischen und geistigen Behinderungen betreiben die Alexianer in Aachen auch drei Sozialprojekte, in denen Menschen mit geringem Einkommen oder in sozialer Not kostenlose Hilfe finden: die Alexianer-Kleiderkammer im Alexianer Krankenhaus Aachen, die tägliche Brotausgabe über die Pforte des Krankenhauses sowie die St. Alexius-Stube in der Mörgensstraße als Suppenküche und Anlaufstelle.“

Am 13. April 2010 öffnete die St. Alexius-Stube in der Mörgens-straße im Stadtzentrum von Aachen erstmals ihre Türen für wohnungslose und hilfebedürftige Menschen. Seitdem erhalten Menschen in prekären Lebenssituationen von hier aus neben einer warmen Mahlzeit auf Wunsch auch Zugang zur Kleiderkammer der Alexianer, zu medizinischer Hilfe und seelsorglicher Betreuung. „Täglich nutzen bis zu 100 Menschen das Angebot der

St. Alexius-Stube“, berichtet Birgit Boy. „Arbeitslosigkeit, Krankheit, Behinderung, Armut, das Alter, Obdachlosigkeit oder auch ein ungeklärter Aufenthaltsstatus können dazu führen, dass Menschen aus dem sozialen Netz fallen. Diesen Menschen bieten wir in der St. Alexius-Stube eine Anlaufstelle und Begegnungsstätte.“

20 224 warme Mahlzeiten gab die St. Alexius-Stube im Jahr 2016 aus. Hinzu kamen 11 880 Butterbrotpakete (wahlweise mit Wurst oder Käse), die Bedürftige täglich ab 17 Uhr an der Pforte des Alexianer Krankenhauses Aachen erhalten können. Das macht im Jahr 2016 allein 32 104 ausgegebene Mahlzeiten. Auch die Nutzung der Kleiderkammer ist nicht mit Kosten verbunden: Bedürftige erhalten in der St. Alexius-Stube einen Vordruck, welche Kleidungsstücke sie benötigen. Damit können sie mittwochsnachmittags die Kleiderkammer aufsuchen und werden dort bestmöglich ausgestattet.

Auch Patienten des Krankenhauses, die nicht über ausreichende Kleidung verfügen, werden aus der Kleiderkammer versorgt. Drei Mitarbeiterinnen sind in Teilzeit in den Sozialprojekten St. Alexius-Stube und Kleiderkammer tätig. Alle Mahlzeiten werden in der Küche des Alexianer Krankenhauses, zusätzlich zur Patientenversorgung, zubereitet. Die Ausgabe der Butterbrote erfolgt durch die Mitarbeitenden an der Krankenhauspforte. Unterstützt wird die St. Alexius-Stube durch ein Team von 17 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. „Ihr Einsatz ist für uns unverzichtbar“, betont Birgit Boy. „Sie machen die St. Alexius-Stube zu einem Ort, an dem Menschen in Not unkompliziert und schnell Hilfe finden. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Ihre Sozialprojekte sind für die Alexianer selbstverständlich. Schon im Mittelalter kümmerten sich die Begarden, die Vorläufer der heutigen Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder, um Menschen am Rande der Gesellschaft; Menschen, um die sich sonst kaum jemand kümmerte. In Zeiten der Pest versorgten sie – oft als Einzige – die Kranken und begruben die Toten. Später, nach ihrer Anerkennung als Ordensgemeinschaft durch Papst Julius II. Anfang des 16. Jahrhunderts, gehörten die Alexianer zu den Ersten, die psychisch kranken Menschen ein Zuhause boten und sie vor der Zurschaustellung schützten.

Geöffnet ist die St. Alexius-Stube montags bis freitags von 11 bis 13 Uhr. Bedürftige erhalten einen Ausweis, der sie zur Nutzung der Angebote berechtigt. „Die Menschen kommen nicht nur in die St. Alexius-Stube, weil sie hier ein gutes Essen erhalten, sondern weil wir ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte haben“, sagt Boy. „Bei sozialen oder gesundheitlichen Problemen versuchen wir, ihnen entweder selbst zu helfen oder auch weiterführende Kontakte zu vermitteln.“

Benannt ist die St. Alexius-Stube nach dem Namenspatron der Alexianer. Der Legende nach speiste der heilige Alexius Arme und Obdachlose. In Einrichtungen wie der St. Alexius-Stube wirkt dieses Charisma fort. Noch heute ist die Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder über die Stiftung der Alexianerbrüder Träger aller Alexianer-Einrichtungen in Deutschland.

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