Alexanderstraße: Mit Laserstrahlen in die Zukunft

Von: Thorsten Karbach
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3D-Laser gibt ihnen Millionen Anhaltspunkte der Fassaden: Torsten Milde (links) und Jürgen Riemer vermesser die Häuser Alexanderstraße 103, 105, 107. Sie stehen seit Jahren leer. Die Schenkendorfstraße Vertriebs- und Verwaltungs GmbH & Co hat sie nun erstanden und plant einen großen Umbau. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zig Millionen Punkte sprechen für diese Technik. Denn bis zu einer Million Bildpunkte erzeugt der 3D-Laserscanner pro Sekunde. Und er braucht etwa eine Stunde, um sich einen detaillierten 360-Grad-Eindruck von der Alexanderstraße nahe Hansemannplatz zu machen.

Aufgebaut wurde der 3D-Laserscanner von Torsten Milde von der Düsseldorfer Firma Herzog und Jürgen Riemer, Vermessungs- und Ingenieurbüro Riemer in Alsdorf, um speziell drei Häuser in den Fokus zu nehmen. Die Objekte 103, 105 und 107 werden vermessen, damit sich die Architekten ein Bild von der denkmalgeschützten Fassade zu machen. Um dahinter ein komplett neues Objekt zu entwerfen.

Jahrelang standen die drei Häuser aus dem 19. Jahrhundert leer. Die Ladenlokale waren mit gewaltigen Brettern verrammelt worden, es herrschte Stillstand im Leerstand. Doch jetzt kommt Bewegung in die Alexanderstraße. Die Schenkendorfstraße Vertriebs- und Verwaltungs GmbH & Co hat vor etwa einem Monat das Objekt aus einer Insolvenzmasse erworben und will es wieder nutzbar machen. „Das ist eine spannende Ecke. Wir sind jetzt in der Projektierungsphase“, erklärt Alexander Quadflieg für die Gesellschaft.

Dafür müssen Daten her. Und die liefern die Vermesser. Mit herkömmlichen Methoden hätten sie gewiss, zwei, eher zweieinhalb Tage für die drei Objekte einplanen müssen, berichtet Riemer. Der 3D-Laser auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses arbeitet dagegen blitzschnell und unerhört präzise. Mit einem Laserstrahl in einer Frequenz. Das Gerät dreht sich um 360 Grad, umfasst die gesamte Umgebung – alle Firste, Dächer, Bäume.

Vor zwölf Jahren kam diese Technik auf den Markt. Vor fünf Jahren brauchte so ein Laserscanner noch die Power von zwei Autobatterien am Tag und wog 20 Kilogramm. Und vor allem kostete er 120 000 bis 150 000 Euro. „Der Kilopreis ist geblieben“, sagt Milde und nimmt den Scanner ganz locker in die Hand. Ganz schön leicht ist er geworden, steht auf einem handlichen Stativ, hat eine Reichweite von 120 Metern, schießt alle zehn Grad zwölf Fotos. Was für eine Grundlage für die weitere Arbeit!

Nicht erhaltenswert

Den Architekten zeigt sie millimetergenau die unterschiedlichen Fenster- und damit Bodenhöhen der viergeschossigen Objekte mit zum Teil ausgebauten Dächern. Darauf müssen sie zwangsläufig aufbauen. Hinter der Fassade sind die Häuser kaum noch zu erhalten. „Vieles ist morsch. Der Aufwand wäre sehr viel größer als das hinter der Fassade komplett neu hochzubauen“, sagt Riemer. Und so wird wohl großflächig abgerissen und neu gebaut.

Es wird wohl auf Wohnraum hinauslaufen, der in Aachen ja dringend gesucht wird. Insbesondere von Studierenden. „Wir werden in Abstimmung mit der Stadt nach einer guten Lösung für das Grundstück suchen“, erklärt Quadflieg. Die Schenkendorfstraße Vertriebs- und Verwaltungs GmbH & Co bringt Bewegung in die Alexanderstraße. Dort sieht man eine große Chance für dieses Stück Aachen. Er kann dabei auf Millionen klitzekleiner Bildpunkte setzen, die ihm Torsten Milde mit dem 3D-Laserscanner liefert.

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