Alexander Barth stellt neues Buch über Sehenswürdigkeiten der Region vor

Von: red
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„Lüttich hat sich in den vergangenen Jahren extrem gemausert“, sagt Buchautor Alexander Barth. Den Beweis tritt er mit Fotografin Jenny Roder in seinem neuen Buch an. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die nächste Hausaufgabe: Schon in seinem ersten Buch hatte Alexander Barth, Redakteur unserer Zeitung, seinen Lesern „111 Orte in Aachen und der Euregio“ ans Herz gelegt. Vier Jahre ist das jetzt her, und die meisten sind womöglich noch gar nicht mit dem Sehen durch. Nun hat Barth gemeinsam mit der Fotografin Jenny Roder 111 Orte in Lüttich ausgemacht. Auch die, da ist er sicher, müsse man unbedingt gesehen haben.

Zusammen mit dem 2014 erschienenen zweiten Buch „111 Orte im Dreiländereck“ sind es nun schon zusammen 333 Orte, die es zu entdecken gibt. Geht es nicht eine Nummer kleiner, sagen wir mal 330 Orte?

Alexander Barth: Auf gar keinen Fall. Ich möchte nicht auch nur einen einzigen Ort missen. In jedem Buch finden sich 111 von Herzen kommende Empfehlungen, so ist es auch diesmal. So landet man schließlich bei 333 Orten in drei Büchern, liebevoll verpackt in Bild und Text. Ob man es glaubt oder nicht, bisher gab es auch am Ende der Arbeit immer einen Überhang an Plätzen, die wir für entdeckenswert halten. Im Gegenteil also, bei 333 ist für uns als Liebhaber der Region noch lange nicht Schluss.

Jenny Roder: Denken wir mal größer, vielleicht demnächst 666 Un-Orte? Die 111er-Reihe im Kölner-Emons-Verlag deckt mittlerweile Städte und Regionen auf der ganzen Welt ab, das Format hat sich etabliert. Was die Anzahl der Orte betrifft, muss ich sagen: Das passt. Wenn man das Buch in die Hand nimmt, hat man nicht das Gefühl, von einer Informationsflut überwältigt zu werden. Trotzdem gibt es genug Platz, um Geschichten zu erzählen und den Bildern viel Platz einzuräumen.

Warum soll man überhaupt Lüttich besuchen? Baufällige Bauten, schmuddelige Stadtviertel und brutale Bausünden gibt es doch hier auch.

Barth: Der Vergleich hinkt. Lüttich ist Aachen in allen drei Bereichen einen Schritt voraus… Scherz beiseite, die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren extrem gemausert. Wer Lüttich als „irgendwie usselig“ in Erinnerung hat, war definitiv zu lange nicht dort. Der Staub der Industriezeit ist abgeklopft, an unzähligen Ecken wurde und wird renoviert, aufgehübscht und neu gebaut. Mit dem Zug kommt man günstig und schnell hin. Und dann ist da noch ein unschlagbares Pro-Argument: Der Fluss. Die Maas fließt mitten durch die Stadt. So etwas kennt der Aachener ja gar nicht, es sei denn, er lebt am Lindenplatz.

Roder: Das alte Bild von Lüttich ist heute tatsächlich überholt. Lüttich ist eine sehr sinnliche Stadt und heißt nicht umsonst „Klein-Paris“. Obwohl die Stadt keine Großstadt ist, gibt es dennoch Großstadtflair. Trotz der Aufhübschung hat Lüttich noch eine wunderschöne Patina: Da gehören Unebenheiten dazu und werden nicht steril glattgebügelt. Das führt dazu, dass Atmosphäre entsteht, die durch die Menschen mit kunterbuntem Kulturleben gefüllt wird. Es knistert einfach. Design, Kunst und Musik haben hier einen großen Stellenwert. Die Stadtbild-Kontraste funktionieren.

Wie habt ihr diese Orte gefunden? Zum Programm einer klassischen Stadtführung gehören die ja nicht unbedingt.

Barth: Nein, ein kultiger Schallplattenladen, ein vergessener Hausboothafen, eine hippe Frittenbude oder die „Hölle von Sclessin“ gehören wohl eher nicht zum Standardprogramm. Aber genau darum geht es: spannende Orte und Plätze vorzustellen, die eben nicht in jedem Reiseführer stehen. Es gab bislang nur einen einzigen deutschsprachigen Reiseführer über Lüttich, der zwar die offiziellen Sehenswürdigkeiten präsentiert – aber ich finde, es war an der Zeit, die vielen abseitigen und skurrilen Orte der Stadt vorzustellen. Lüttich ist definitiv eine sehenswerte Stadt für Entdecker.

Roder: Neugier ist der beste Ratgeber bei der Suche nach spannenden Orten. Wir sind etwa eineinhalb Jahre regelmäßig nach Lüttich gefahren, haben viel Zeit dort verbracht und ein Gefühl für die Stadt bekommen. Anders als in vielen Reiseführern spielen bei uns immer auch Menschen, die wir getroffen haben und die die Orte prägen, eine wichtige Rolle. Viele Menschen vor Ort haben uns häufig weitere Tipps gegeben. So, durch Entdeckerlust und „klassische“ Recherche haben wir Orte mit Geschichte, bedrückende Orte, skurrile Orte und auch Orte, die einen zum Lachen bringen gefunden – all das wollten wir auch abgedeckt wissen, damit das Buch Spaß macht.

In Lüttich spricht man bekanntlich Französisch oder irgendeine Untergattung davon. Müssen die Leserinnen und Leser das können, um sich an diesen 111 Orten zurechtzufinden?

Roder: Die Sprachgrenze spielt besonders für die jüngeren Generationen keine besondere Rolle mehr: Galerien beispielsweise sind mit der ganzen Region hinweg über Ländergrenzen verknüpft. Und wer schon mal in Lüttich war und kein Französisch spricht, wird wissen: Hände und Füße helfen auch weiter. Besonders schön ist es ja immer, wenn man auf ein paar freundliche Floskeln zurückgreifen kann – gerade wir Grenzländer wissen das.

Was kommt als Nächstes – vielleicht 111 Orte im Tagebau Garzweiler?

Barth: Ist Rumspinnen erlaubt? Wie wäre es mit: „111 Orte, die der Tagebau gefressen hat – ein virtuelles Projekt“. Abgesehen davon gibt es aber auch noch reichlich interessante Flecken in der Dreiländer-Region, die es wert sind, entdeckt und vorgestellt zu werden. Ich glaube, die Reise ist noch lange nicht zu Ende – die gute Resonanz auf die Bücher treibt uns an, und der Verlag hat ebenfalls Lust auf mehr.

Roder: Definitiv, die Geschichten rund um unsere Region sind sicherlich noch nicht auserzählt. Wie, was und wo es weiteres zu erzählen gibt, wird sich zeigen.

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