Aachen - Alemannias Mitglieder müssen warten

Alemannias Mitglieder müssen warten

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Einladungen müssten längst unterwegs sein, die Satzung schreibt eine Versammlung von Alemannias Mitgliedern im ersten Halbjahr zwingend vor. Es wird anders kommen, der Mutterverein verschiebt die Zusammenkunft um eine paar Wochen.

 „Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen“, rechtfertigt Manfred Lorenz, Vorsitzender des Verwaltungsrats, den Satzungsverstoß. Sein Gremium hat die Verschiebung abgesegnet.

Über dem Verein schwebt das Damoklesschwert des Kölmel-Prozesses. Der Verein prozessiert vor dem Oberlandesgericht Köln gegen den Rechtehändler – eine Altlast aus dem Jahr 1999, als der Unternehmer Alemannia mit einem Darlehen rettete. In erster Instanz war Alemannia erfolgreich, in der laufenden Verhandlung sind die Perspektiven nicht so gut. In einem Zwischenbescheid hat die Kammer angedeutet, dass sie bei einer Summe von 1,8 Millionen Mark eine Rückzahlungsverpflichtung für den Verein sehe, bei weiteren 800.000 Mark sieht sie eine Stundungsmöglichkeit.

Käme es zu einem solchen Urteil, wäre nach der GmbH auch der Verein insolvent. „Wir haben die Pflicht, die Versammlung einzubeirufen, aber auch die Verpflichtung, Schaden vom Verein abzuwenden“, sagt Vorstand Christoph Terbrack. „Wir versuchen mit Hochdruck, eine Lösung mit Michael Kölmel zu finden“, sagt Vize-Präsident Helmut Kutsch. Bei der Jahreshauptversammlung muss der Abschluss 2012 vorgestellt werden, der existiert noch nicht, weil die Causa Kölmel offen ist. Müsste der Verein Rückstellungen bilden, wäre auch der Mutterverein insolvent. „Das müssen wir mit aller Kraft abwenden“, sagt Schatzmeister Oliver Laven.

Der klamme Klub will das Geld für die Anmietung einer Versammlungshalle erst investieren, wenn Ergebnisse vorliegen. Eine Neu- oder Nachwahl wird es bei der Veranstaltung nicht geben, hatte Lorenz schon vor einigen Wochen gesagt. Die Gremien sind langfristig gewählt, sollen im ganz schweren Gewitter erst einmal an Bord bleiben, ehe sie sich im nächsten Jahr freiwillig vorzeitig dem Votum der Mitglieder stellen.

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