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Alemannia will gegenüber Rassismus klare Kante zeigen

Von: hpl
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Der Aufsichtsrat hat einen Maßnahmenkatalog Hooligans formuliert, der schon beim nächsten Spiel am Samstag greifen soll. Foto: dpa

Aachen. Der Erneuerung des Fahnenverbotes für die Karlsbande folgt jetzt ein kleiner Katalog, mit dem Alemannia Aachen grundsätzlich Flagge zeigt gegen verfassungs- und fremdenfeindliche Gruppierungen in Fankreisen.

Der Viertligist will in seiner Sichtweise jüngster Umtriebe in Hooligankreisen gegenüber der Öffentlichkeit, Fans, Mitgliedern und Sponsoren keinen Zweifel zulassen.

Am Donnerstagabend tagte der Aufsichtsrat und formulierte so etwas wie einen Kodex. Ab sofort sind demnach alle Symbole der Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ im Tivoli verboten. Es sei – so Geschäftsführer Alexander Mronz – deutlich geworden, dass es sich bei dieser Gruppe um eine „gewaltverherrlichende Vereinigung mit ausländerfeindlichen Tendenzen“ handele. Entsprechende Symboliken werden laut Mronz demnach nicht nur untersagt, das Verbot wird auch ausdrücklich in die Stadionordnung aufgenommen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Christian Steinborn betonte auf Anfrage ausdrücklich, dass es sich bei diesen Maßnahmen um Prävention handele – und entsprechende Symbole im Tivoli noch nicht gesehen worden seien. Die Alemannia wolle sich dem überaus vernünftigen Verbot anderer Vereine anschließen. Fürs Spiel am Samstag gegen Rödinghausen (14 Uhr) sei die Zahl der Ordner erhöht wurden, um die Einhaltung auch zu kontrollieren. Auch die Polizei sei über den neuen Katalog informiert worden.

Dazu gehört zusätzlich auch ein Verbot für alle Fahnen und Plakate mit der Aufschrift „Gegen alle Stadionverbote“ oder „Stadionverbotler haltet durch“. „Die Gremien der Alemannia werden zudem zeitnah einen Runden Tisch mit Vertretern des Fanprojekts sowie der Fan-IG einberufen und den Austausch mit den Ordnungsbehörden weiter intensivieren“, teilte Steinborn mit.

Auch dieser Ansatz zielt in Richtung Prävention, genau wie die Absicht, künftig das Know-how externer Experten zu nutzen. Eine solche Expertin glaubt man in Angelika Ribler gefunden zu haben. Sie arbeitet beim Institut für Sport-Mediation und Konflikt-Management in Hanau und gilt als ausgewiesene Sport-Mediatorin. Als Trägerin des Julius-Hirsch-Preises wurde sie vom DFB unter anderem für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus ausgezeichnet.

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