Aachen - Alemannia und Stadt Aachen stellen Rechtsextremismus ins Abseits

Alemannia und Stadt Aachen stellen Rechtsextremismus ins Abseits

Von: André Schaefer
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Setzen - nicht nur morgen - ge
Setzen - nicht nur morgen - gemeinsam ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus: Alemannia-Aufsichtsratsvorsitzender Meino Heyen (links) mit Oberbürgermeister Marcel Philipp. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Gemeinsam zum Klassenerhalt” lautet das aktuelle Ziel des Zweitligisten Alemannia Aachen. In diesen sportlich turbulenten Tagen ist bei den Schwarz-Gelben besonders der gemeinschaftliche Zusammenhalt oberstes Gebot. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit am Tivoli. Eigentlich.

Doch nach den jüngsten Fanausschreitungen auf den Rängen hat das angestrebte Gemeinschaftsgefühl einen Rückschlag erlitten.

Gemeinsamkeit zeigen

„Durch die Vorkommnisse am Tivoli musste man leider feststellen, dass dort an einzelnen Stellen wohl doch nicht mehr die Rede von der großen Gemeinschaft sein kann”, bedauert Oberbürgermeister Marcel Philipp. Die politisch motivierten Ausschreitungen am Tivoli sind die eine Seite, rechtsradikal motivierte Straftaten auf Aachens Straßen die andere. Beides hat die Stadt und den Verein nun dazu veranlasst, mit einer gemeinsamen Aktion Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus klar die Rote Karte zu zeigen.

Unter dem Motto „Wir sind die Fans, Nazis sind es nicht” soll die Aktion beim kommenden Heimspiel der Alemannia am Freitag gegen Dynamo Dresden für Aufmerksamkeit sorgen - sowohl bei den Besuchern im Stadion als auch bei den Zuschauern vor dem Fernseher. Vor dem Anpfiff wird daher ein Banner mit dem Motto der Aktion aufs Spielfeld getragen, der Verein wird zusätzlich über das Stadionheft sowie die Leinwände entscheidend darauf hinweisen, dass Rechts in Aachen im Abseits steht.

„Rechtsextremismus hat in Aachen und auf dem Tivoli nichts zu suchen, darüber muss man nicht diskutieren”, betont Aachens OB. „Das Thema ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, gegen das man etwa durch solche Aktionen angehen muss. Gerade der Fußballsport soll die Integration fördern”, findet auch Dr. Meino Heyen, Aufsichtsratsvorsitzender der Alemannia.

Die bundesweit negativen Schlagzeilen der Vergangenheit über den Klub sind sowohl den Vereinsverantwortlichen als auch der Stadt ein großer Dorn im Auge. „Generell ist die Alemannia nachhaltig geeignet, für positive Meldungen zu sorgen. Und um diese Nachhaltigkeit geht es in diesem Projekt auch”, sagt Philipp, der die Problematik des Rechtsextremismus zumindest auf den Rängen am Tivoli als eine neuartige Erscheinung bezeichnet. Und er fügt hinzu: „Rechtsextremismus im Stadion war lange Zeit kein offenkundiges Thema in Aachen. Sobald so ein Thema allerdings aufkommt, muss man handeln. Und das tun wir nun.”

„Ein klares Stoppschild”

Der Verein habe weiterhin intensiv ein Auge auf rechtsorientierte Fans, die „zweifellos die Minderheit auf den Rängen darstellen”, so Heyen. Wie die Reaktionen dort allerdings auf die Aktion ausfallen werden, sei nicht abzusehen.

„Die Aktion ist ein Signal, ein klares Stoppschild. Ob rechtsorientierte Fans nun versuchen, dieses Stoppschild zu umgehen, wird sich zeigen”, sagt Philipp. „Aber sie werden dann schon bald auf das nächste Stoppschild treffen.”
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