Alemannia und Fans zum Saisonauftakt sturmfest

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
10537516.jpg
Saisoneröffnung Alemannia: Schlangestehen für die Autogramme. Auch das gruselige Wetter konnte die Fans nicht vom Besuch abhalten. Foto: Andreas Steindl
10537472.jpg
Haben die Kampagne entwickelt: Timo Walter (Alemannia-Marketing), Daniel Kosch (Caution) und Alemannia-Pressesprecher Lars Kröger (von links). Foto: das neue „alte“ Logo.
10537517.jpg
Wer‘s zu den Kickern geschafft hatte, ließ sich die Unterschrift auch schon mal aufs Textil geben.

Aachen. Die Alemannia hat in der jüngsten Vergangenheit manchen Sturm so gerade überstanden – da kann auch ein kräftiger Herbsttag mitten im Hochsommer nicht viel Böses ausrichten. Die Fans des Viertligisten sind weder aus Zucker noch leicht aus der Bahn zu werfen. Wenn es da eines Beweises bedurft hätte – dieser Samstag hat den Beweis geliefert.

Angesichts des Sturmes und der „Regenschauer“ überm Tivoli, die eigentlich niemand wirklich will, können die Verantwortlichen von Alemannia Aachen durchaus zufrieden sein mit dem Zuspruch an Fans bei der Saisoneröffnung. Alleine die Schlange vor dem Eingang zu den langen Tischen, an denen die Spieler des Regionalligisten ihren Namen auf neu gestaltete Autogrammkarten setzten, war imposant und reichte lange Zeit bis hin zur CHIO-Brücke. Die Mannschaft hat sich in der vergangenen Saison als emotionaler Kreditgeber bewährt und ein Stück altes Tivoli-Gefühl renaturiert.

Genau in diese Kerbe stößt im positiven Sinn auch eine Kampagne, die unübersehbar ist: „Alte Neue Liebe“. Das Alte und das Neue sollen in Einklang gebracht werden – wie in einer zwischenmenschlichen Beziehung. Als „Schlussstrich unter die jüngste Vergangenheit und gleichzeitig Brücke zur Tradition“ beschreibt Daniel Kosch den Versuch, wieder das Alemannia-Herz und -gefühl zu reanimieren.

Gemeinsam mit Pressesprecher Lars Kröger und Marketing-Mann Timo Walter von Alemannia hat der freiberuflich Kreative (Agentur Caution) die Kampagne entwickelt, die ganz gezielt auf der emotionalen Ebene spielt. Großes Risiko ist Kosch dabei nicht gegangen, denn er hat mit seinem Film über den alten Tivoli, den er mit Guido Diefenthal gedreht hat und dem Spot „Die Hoffnung kehrt zurück“ vor dem letztjährigen Spiel gegen Rot-Weiß Essen zwei Volltreffer gelandet und weiß ganz offensichtlich um die Schwingungen der Alemannia Seele.

Der Schriftzug „Alte Neue Liebe“ ist graphisch bewusst im Stil der 50er/60er Jahre gehalten und prangt jetzt mit dem Alemannia-Logo auf Autogrammkarten, T-Shirts und vor allem dem neuen Mannschaftsbus, der am Samstag seine Premierenfahrt mit dem Team zur Bühne auf den Tivoli-Vorplatz hatte.

Auf kaum einen Hauptdarsteller der Alemannia scheint das Logo so perfekt zu passen wie auf Sportdirektor Alexander Klitzpera, der als Spieler zur wohl erfolgreichsten Mannschaft des Klubs gehörte und jetzt zum Weichensteller Richtung bessere Zukunft werden soll. „Aber auch für die Mannschaft soll der Slogan gelten: Ich habe versucht, den Stamm zu halten – und gleichzeitig neue, hochinteressante Spieler zu holen“, erklärte „Klitze“ im Talk mit Stadionsprecher Robert Moonen, der in zahlreichen Gesprächsrunden Einblicke in die kommende Saison eröffnete. Von „alter Liebe“ konnte der neue Trainer Christian Benbennek logischerweise nicht sprechen, eher vom „frisch verliebt sein in den Verein und seine neue Mannschaft“.

Gleiches kann auch nur auf den neuen Geschäftsführer Timo Skrzypski zutreffen, der sich nach eigener Aussage schon richtig Zuhause fühlt. Er legt Wert auf eine klare Abgrenzung der Kompetenzen zum Sportkollegen Alexander Klitzpera, betont aber die „Bedeutung der Kommunikation, um keine Streuverluste aufkommen zu lassen“. Viele strategische Themen will das Geschäftsführer-Duo auch im Doppelpass angehen.

Der Ansatz für die Alemannia der Saison 2015/16 und darüber hinaus geht im Grunde bei allen in dieselbe Richtung: Die Zuschauer sollen das Gefühl haben, dass eine wirkliche Mannschaft auf dem Platz steht, die Leidenschaft zeigt, die alles tut um zu gewinnen.

Dafür wollen natürlich alle alles tun. Irgendwann wird Sportdirektor Klitzpera dann auch wieder seine Familie sehen, „die noch schläft, wenn ich das Haus verlasse und schon wieder schläft, wenn ich nach Hause komme“. Aber solange die Arbeit Spaß mache, habe die Familie eben auch einen zufriedenen Vater und Ehemann zu Hause. Und der im Gegenzug – das wurde bei der Saisoneröffnung klar – ein zufriedenes Publikum im Stadion.

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert