Aachen - Alemannia steht ohne Ordner da

Alemannia steht ohne Ordner da

Von: Stephan Mohne und Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
Tivoli
Keine Ordner am Tivoli: Servicedienstleister und Hauptsponsor Geller kehrt der Alemannia kurz vor dem Bayern-Spiel den Rücken.

Aachen. Am Tivoli kommt keine Langeweile auf. Wenige Tage vor dem „Rettungsspiel“ und Knüller gegen Bayern München steht Alemannia Aachen ohne Ordner da. Der Kölner Sicherheitsdienstleister Geller – bislang auch Hauptsponsor – hat seine Verträge gekündigt und wird nach Aussage seines Geschäftsführers Babak Geller keine Ordner mehr stellen und den Verein auch nicht mehr sponsern.

Alemannia bestätigte entsprechende Informationen unserer Zeitung am Mittwoch ebenfalls. Der Klub steht nun vor dem Problem, sehr kurzfristig einen Sicherheitsdienst zu organisieren, der sich mit derlei Stadionaufträgen auskennt. Schließlich werden zum Bayern-Spiel über 30.000 Zuschauer erwartet.

Bei der Alemannia gibt man sich aber betont gelassen. Der Ausfall des Sicherheitsdienstes bereite „keine großen Bauchschmerzen“, sagte Holger Voskuhl, Sprecher der Interimsgeschäftsführung, am Mittwoch auf Anfrage. „Die Alemannia wird dafür sorgen, dass die Sicherheit bei diesem wie auch den kommenden Spielen gewährleistet ist“, sagte Voskuhl. Daran gebe es keinen Zweifel, auch wenn am Mittwoch noch kein Nachfolger feststand.

Zweifel darf es wohl auch nicht geben. Denn ohne Sicherheitsdienst gibt es auf dem Tivoli kein Spiel, wie Polizeidirektor Christian Außem als ständiger Einsatzleiter am Tivoli sagte. Zufällig fand just im Stadion eine Sicherheitsbesprechung zum Bayern-Spiel statt, bei der die aktuelle Lage diskutiert wurde. Laut Außem schaut die Polizei „schon mit etwas Sorge“ auf die Situation. Ein neuer Sicherheitsdienst müsse sich jedenfalls mit den Gegebenheiten im Stadion auskennen. Nächsten Mittwoch gibt es eine weitere Besprechung. Bis dahin sollte ein geeigneter Dienstleister gefunden sein, meint Außem. Die Polizei könne im Stadion selbst jedenfalls nicht einspringen. „Wir werden beim Bayern-Spiel so präsent sein wie sonst auch“, sagte er.

Babak Geller wollte sich nicht im Detail zu seinen Beweggründen äußern. „Das ist eine lange Geschichte“, sagte der Mann, der gerade mal neun Monate am Tivoli aktiv war. Eigentlich sei er nicht gekommen, um so schnell wieder auszusteigen, erklärte er. Aber: „Alles, was mir gesagt worden ist, ist nicht eingehalten worden.“ Die Verträge habe er im Übrigen schon im Oktober gekündigt, als das Ausmaß der Misere deutlich wurde, sagte er. Weil er der Alemannia nicht schaden wolle, habe er noch weitergemacht. Doch jetzt sei Schluss, „denn ich habe sehr viel Geld verloren“.

Nach AZ-Informationen könnte die Geschichte um den Abgang des Sicherheitsdienstleisters und Hauptsponsors auch noch ein juristisches Nachspiel haben – eben weil es dabei unter dem Strich um sehr viel Geld geht.

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