Alemannia: Stadt plädiert für Hilfe, Regierungspräsidentin sagt ja

Von: Stephan Mohne und Albrecht Peltzer
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Verwaltung legt sich nach Gesprächen in Köln auf eine Rettung der Alemannia fest. CDU-Parteichef Armin Laschet appelliert an eigene Fraktion, den OB „uneingeschränkt” zu unterstützen. Am Mittwoch wird es spannend. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die wichtige Nachricht flatterte den Ratsleuten am Dienstag um halb sechs ins (elektronische) Postfach: Die Verwaltung, allen voran Oberbürgermeister Marcel Philipp, legt sich fest und schlägt dem Stadtrat vor, sich bei der eminent wichtigen Sondersitzung am Mittwoch um 16 Uhr für die Rettung der Alemannia auszusprechen.

Vorangegangen waren richtungsweisende Gespräche bei Regierungspräsidentin Gisela Walsken. Telefonisch war sogar das Innenministerium mit am Verhandlungstisch. Dort wurde der Durchbruch erzielt.

Unter dem Strich, so heißt es in dem Schreiben an die Politiker, habe ein Nein zur Unterstützung und damit die Insolvenz des Klubs sofortige gravierende Auswirkungen auf den städtischen Etat. Hilft die Stadt mit 18,85 Millionen Euro an Krediten über eine neue Gesellschaft, sei das in den kommen vier Jahren nicht zu erwarten. Trotz aller zuvor skizzierten Risiken. Ergänzend muss in den Beschluss lediglich aufgenommen werden, dass die Hilfsmaßnahmen im Etat dargestellt werden.

So könnte es am Mittwoch dann doch noch eine breitere Mehrheit für die Hilfe geben, als nach den Fraktionssitzungen am Montag angenommen. Wobei sich am Abend auch noch Außergewöhnliches ereignete: CDU-Parteichef Armin Laschet richtete nämlich einen flammenden Appell an seine eigenen Leute und forderte die Christdemokraten auf, den OB uneingeschränkt zu unterstützen und mit Ja zu stimmen. Eine Rettung der Alemannia dürfe nicht an der CDU scheitern. Bei den CDU-Ratsleuten ist die Meinung bislang geteilt.

Einheitlich wird das Abstimmungsbild im Rat trotzdem nicht aussehen.

Am Dienstag diskutierte als letzte Fraktion die FDP (6 Sitze). Auch hier gab es kein eindeutiges Bild. Die Abstimmung in den Fraktionen ist freigegeben, jeder muss für sich entscheiden. „Es wird bei uns kein einheitliches Stimmverhalten geben”, sagte Peter Blum, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP.

Die Linken sind bislang geschlossen gegen die Alemannia-Hilfe. Pirat Felix Bosseler will sich erst nach der Diskussion im Rat entscheiden. Wie sich UWG-Ratsherr Horst Schnitzler entscheiden wird, ist unklar, fest steht wohl, dass Hans-Dieter Schaffrath (FWG) für die Alemannia-Rettung votieren wird. Die Grünen werden vielleicht doch nicht in Gänze mit Nein stimmen. Sie hatten eine gleichrangige Grundbucheintragung der Stadt im Vergleich zum anderen großen Geldgeber - der AachenMünchener - zur Bedingung gemacht. Auch das scheint mittlerweile möglich.

Die SPD (20 Sitze) wird vermutlich geschlossen für die Hilfe stimmen. Unter dem Strich sieht es also nach einer Mehrheit für das Hilfspaket aus, mit dem die Kreditkosten der Alemannia um gut die Hälfte auf zwei Millionen Euro pro Jahr gesenkt würden. Für die Stadt ist das Risiko hoch und kann bis zum Totalverlust der Millionen reichen. Schon bei einem Abstieg in die 3. Liga müsste eine Lücke gestopft werden. Eine sofortige Insolvenz aber träfe den Etat laut Verwaltung unwiderruflich mit sofortiger Wirkung - ein schwieriger Spagat.

Die FDP wird am Mittwoch eine geheime Abstimmung beantragen. Blum: „Jeder sollte frei von irgendwelchen parteipolitischen Einflüssen sein.”
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