Alemannia-Mitgliederversammlung: Ein „Himmelfahrtskommando“

Von: Hans-Peter Leisten
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Thomas Deutz: „Wir mussten auch ohne Mandat schon einiges in die Wege leiten.“ Foto: A. Steindl
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Oliver Laven: „Uns geht es um die Alemannia, die Stadt und um soziale Verantwortung.“ Foto: Steindl

Aachen. Die Stimmung schwankt zwischen Zuversicht und Spannung. Und Oliver Laven sagt: „Es ist gut, wenn der Donnerstag jetzt endlich da ist!“ Am Donnerstag findet die Mitgliederversammlung der Alemannia statt, und Laven hofft, sie als Beisitzer in einem neu gewählten Präsidium und Mitglied des ebenso neu gewählten Aufsichtsrates zu verlassen.

Er weiß genau wie seine Mitstreiter, dass es gut Freitagmorgen sein kann, bis die letzte Entscheidung gefallen ist. Das dürfe keine Rolle spielen, denn es gehe um eine entscheidende Weichenstellung für den Verein. Am unproblematischsten dürften dabei die Ernennungen von Jupp Martinelli zum Ehrenmitglied und von Leopold Chalupa zum Ehrenpräsidenten sein.

Um die Bedeutung der Entscheidung nochmals zu dokumentieren, haben Laven, Präsidentschaftskandidat Heinz Maubach sowie der potenzielle „Vize“ Thomas Deutz am Freitag bei einem Redaktionsbesuch ihre Motive, Vorstellungen, Hoffnungen, aber auch ihr Engagement dargelegt.

Die Tagesordnung am 13. März ist prall gefüllt. Ab 19 Uhr will sich der Verein neu aufstellen, einen neuen Vorstand sowie Verwaltungs- und Aufsichtsrat wählen. Kurios ist dabei, dass die Kandidaten für das Präsidium – neben den genannten sind dies noch Tim Hammer und Horst Reimig – bereits Weichen stellen mussten, ohne ein Mandat zu haben. Auch deshalb sprechen sie von einem „Himmelfahrtskommando“. Aber auch, weil sie bislang mangels Versicherung persönlich für ihre Schritte haften.

Die Kandidatur ist für sie eine emotionale Sache, das merkt man bei jedem ihrer ausgesprochenen Sätze: „Uns geht es um die Alemannia, um die Stadt und um soziale Verantwortung“, unterstreicht Laven, und Deutz nennt aus seiner Sicht konkrete Schritte, die bereits erfolgt seien: die Verstärkung der Mannschaft in Absprache mit den Trainern, statt 11 seien in jüngster Zeit wieder 19 der 28 Logen vermietet worden, und der Vermarktungsumsatz sei versechsfacht worden. Erstmals könnten sich alle Mitglieder die Bilanzen für 2012 und 2013 im Internet ansehen.

Für eine mögliche Amtszeit hat man bereits einen konkreten Geschäftsführer im Blick, will wieder einen Wirtschafts- und einen Sportbeirat sowie ein Gremium für die Fanproblematik mit ins Boot nehmen. Denn Deutz sagt: „Es gibt so viel, was wir nicht wissen und wo wir kompetenten Rat brauchen.“ Einig sind sich die Kandidaten aber auch darin, dass sie selbst nur im Team arbeiten wollen. Wieder fällt der Begriff „Himmelfahrtskommando“: Ein derart zeitaufwendiges Ehrenamt könne man nur bei großem gegenseitigen Respekt und extremer Verlässlichkeit ausfüllen.

Natürlich rechnet man mit kritischen Fragen. Zumal der Wahlausschuss, ein von den Mitgliedern in die Satzung gehobenes Prüfgremium der Kandidaten, nicht alle zur Wahl zugelassen hat. Beispielsweise Mike Schleiden, der für die Fan-IG in den Aufsichtsrat wollte. Der bringt laut Wahlausschuss nicht die erforderlichen Qualifikationen mit. Die sind in der Satzung in Paragraf 10.10 genau aufgelistet und beziehen sich auf Kriterien wie längere Mitarbeit in Vereinsgremien – auch anderer Vereine – oder Vorstandserfahrung in Aktiengesellschaften oder hauptberufliche Tätigkeit in Profivereinen.

Einer Wiederwahl von Horst Reimig fürs Präsidium und von Heiner Höfken für den Verwaltungsrat steht laut Wahlausschuss nichts entgegen. Hier zählen nur vollständig abgeleistete Wahlperioden – was bei den Beiden durch die eingetretene Insolvenz nicht der Fall war. Für ihre Wiederwahl reichen laut Ausschuss am Donnerstag 50 Prozent statt einer Zweidrittelmehrheit.

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