Aachen - Alemannia hat jetzt den ersten Behindertenfanclub

Alemannia hat jetzt den ersten Behindertenfanclub

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Sie sind laut, sie fiebern mit, und sie stehen in einer Gemeinschaft hinter „ihrer” Alemannia: die „Rollenden Aachener Kartoffelkäfer 2010”. Fanclubs für die erste Fußballmannschaft der Alemannia gibt es viele, doch dieser ist besonders.

Denn es ist bei der Alemannia der erste Behindertenfanclub für Rollstuhlfahrer, ihre Angehörigen und Freunde in der gesamten Städteregion.

T-Shirts und ein großes Banner

Schon lange hatte Jürgen Müller die Idee im Kopf. Jetzt, bei neuem Stadion und neuer Mannschaft, wurde aus der Vorstellung Realität. Am 27. September wurde der Fanclub gegründet, bei stetig steigender Zahl hat er momentan 42 Mitglieder. Natürlich wollen die Fußballfans ihre Unterstützung für die Mannschaft deutlich machen. Mitglieder-T-Shirts mit dem Logo des Fan-Clubs und ein großes Banner zieren die Fans und ihren Platz im Stadion.

Doch mindestens genauso wichtig ist ihnen, die „Menschen mit Behinderung zu motivieren”, sagt Sprecher Jürgen Müller, der seit sieben Jahren eine Beinamputation bis zum Hüftbereich hat. Viele der Vereinsmitglieder sind seit Jahren Fans der Alemannia, treffen bei den Spielen Gleichgesinnte.

Berührungsängste zwischen gesunden und behinderten Menschen abzubauen, ist ein weiteres Ziel. So hat der Fanclub angeregt, die Mannschaft könne nach dem Spielende an den beiden Tribünen mit den Behindertenplätzen vorbei laufen und die dort sitzenden und stehenden Fans abklatschen. Schon drei Tage später, beim Pokalspiel gegen Mainz, wurde der Vorschlag umgesetzt. Erik Meijer setze sich sehr für die Behinderten ein, lobt Jürgen Müller. „Er vermittelt hervorragend zwischen der Mannschaft und der Gruppe.” Das zeigt sich auch am Eingang zur Behindertentribüne. Als Thorsten Stuckmann sich den Weg ins Stadion bahnt, stellt er sich wie selbstverständlich zur Gruppe, posiert für ein Foto.

Ein Bindeglied

Auch die Fan- und Behindertenbeauftragte Petra Aretz ist ein Bindeglied zwischen der Alemannia und dem Fanclub. „Bei nahezu allen Fußballclubs existieren Fangruppen von Behinderten”, weiß sie. „Toll, dass es das jetzt endlich auch in Aachen gibt.”

Schließlich sind die behindertengerechten Einrichtungen im neuen Stadion „sehr geräumig und komfortabel”, lobt Müller. 100 Plätze stehen für Menschen mit Behinderung zur Verfügung - im alten Stadion waren es gerade einmal 35 - und alle sind verkauft. Abgesehen von den zehn Prozent, die jeweils wie bei den „normalen” Plätzen zum Verkauf an die gegnerische Mannschaft zur Verfügung stehen.

Die Mannschaft auch einmal auswärts anfeuern, das will der Fanclub demnächst auch gemeinsam. Entsprechende Fahrten sollen organisiert und angeboten werden. Längst nicht alle Alemannia-Fans mit Behinderung waren bislang schon einmal bei einem Auswärtsspiel dabei. „Mit der Gruppe wäre das sowieso noch einmal ein ganz anderes Erlebnis”, sagt Müller.

Harmonische Fangemeinde

Eine harmonische Fangemeinde wollen sie sein und mit ganzem Herzen an der Seite der Alemannia ihre Verbundenheit zeigen - ob bei Sieg oder Niederlage. „Gemeinsam zeigen wir Stärke für unsere Alemannia”, betont Müller. Das gelte gleichermaßen für Körper- oder Sehbehinderte und Gehörlose.

Interessenten können mit Jürgen Müller in Kontakt treten, per E-Mail an juergen@mueller-ac.de oder unter 02404/62079.
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