Alemannia-Fans: Aus Insolvenz-Quote wird Spendenaktion

Von: stm
Letzte Aktualisierung:
7359874.jpg
Kleckern statt klotzen: Die aktuell verschickten „Quotenschecks“ aus dem Alemannia-Insolvenzverfahren dienen der Fan-IG um (von links) Horst Filbrich, Stephan Schankweiler, André Bräkling, Jac Hirtz und Dirk Habets als Aufhänger für eine außergwöhnliche Spendenaktion. Foto: Stephan Mohne

Aachen. Not macht erfinderisch. Davon können Alemannia-Fans das eine oder andere Lied singen. Auch in diesen Tagen gilt: Jeder Euro zählt, wenn es darum geht, den Klub finanziell über Wasser zu halten.

Schließlich hieß es bei der denkwürdigen Jahreshauptversammlung am Donnerstag noch, dass die aktuell laufende Viertligasaison in Sachen Etat noch nicht hundertprozentig in trockenen Tüchern ist. Deswegen folgt jetzt einmal mehr eine Fan-Aktion der besonderen Art. Und die hängt zusammen mit den Schecks, die Kleingläubiger (z.B. aus Geld-/Dauerkarten) und Fan-Anleihe-Besitzer am Wochenende in der Post fanden. Dabei handelt es sich um die Ausschüttungsquote aus dem Insolvenzverfahren. Zumeist geht es dabei um „Kleckerbeträge“.

Beispiel: Für eine 100-Euro-Fan-Anleihe werden 3,50 Euro ausgezahlt. Aber weil Kleinvieh eben auch Mist macht, nimmt die Fan-IG das zum Anlass, einen neuerlichen, außergewöhnlichen Spendenaufruf zu starten. Die Schecks sollen nämlich gesammelt werden, um die Summe dem klammen Verein zugute kommen zu lassen.

Ruckzuck musste die Idee, die Horst Filbrich – am Donnerstag für die Fan-IG in den Verwaltungsrat gewählt –, schon vor Monaten hatte, am Sonntag in festere Formen gegossen werden. Eigentlich wollte die IG entsprechende Infos über Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning mit den Schecks versenden lassen. Doch das klappte aus zeitlichen Gründen nicht. IG-Geschäftsführer Dirk Habets ist dennoch voll des Lobes für die Kooperationsbereitschaft des Aachener Rechtsanwalts und seiner Mitarbeiter. Denn eigentlich hätten die Gelder auch per Überweisung direkt zugewiesen werden können. Die Scheckvariante sei deutlich aufwendiger. Bevor nun jemand für die paar Euro pro „Fall“ zur Sparkasse läuft, bitten die Fanvertreter um eine andere Vorgehensweise: Jeder, der will, kann seine Insolvenzquote beim kommenden Heimspiel am Samstag gegen Siegen in eine Sammelbox werfen. Eine davon wird es am Fan-Treff geben, eine weitere im Bereich des „VIP“-Eingangs.

Was dabei zusammenkommt, wird zunächst an den Verein Alemannia weitergegeben. Laut Habets habe Neu-Präsident Heinz Maubach schon seine Begeisterung über diese Aktion kundgetan. Wer am Samstag verhindert ist, kann den Scheck auch Freunden mitgeben oder ihn per Post an die IG, Liebigstraße 25, 52070 Aachen schicken.

Dass bei der ganzen Geschichte nicht ein Teil der Spenden durch Verwaltungsgebühren aufgefressen wird, da ist Habets optimistisch: „Es gibt erste positive Signale der Sparkasse“, lobt er auch in diese Richtung. Riesensummen werden dabei nicht zusammenkommen, das ist den rührigen Fans klar. Aber: Die Aktion möge als Zeichen der uneingeschränkten Unterstützung gelten. Der erste Scheck, der im Kasten landet, ist jener der Fan-IG. 32,68 Euro ist er wert. „Wir hoffen, dass das die letzte Spendenaktion ist, die wir Alemannia-Fans auf die Beine stellen müssen“, sagt Dirk Habets und lächelt. Denn, um auch hier einen Euro ins Phrasenschwein zu werfen: Die Hoffnung stirbt – gerade in Sachen Alemannia – zuletzt.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert